Aktienmärkte zyklischer Rückenwind
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die international führenden Aktienbarometer - allen voran wichtige Emerging Market-Indices und der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) - haben ihre Kursgewinne in den letzen Wochen ausgebaut und wichtige technische Marken überschritten, so die Analysten der Helaba.
Mit der überdurchschnittlich positiven Januar-Performance wachse der Handlungsdruck bei denjenigen Anlegern, die nicht zuletzt aus Angst vor einer weiteren Eskalation der Staatsschuldenkrise bislang sehr defensiv positioniert gewesen seien. Immerhin habe sich ein starker Januar in der Vergangenheit schon häufig als Vorbote für weiter steigende Aktiennotierungen erwiesen, auch wenn sich nach einer derart starken Aufwärtsbewegung der Anstiegswinkel vermutlich etwas abflachen werde.
Der noch immer überdurchschnittlich hohe Anteil an Geldern, die in Form von Sichteinlagen und Geldmarktpapieren geparkt seien, spreche dafür, dass bislang nur wenige "Pionierinvestoren" die jüngste Rally mitgemacht hätten. Viele Anleger würden dagegen auf Kursrücksetzer warten, um Aktienpositionen aufzubauen. Schließlich gäben die wichtigsten fundamentalen und marktpsychologischen Aktiendeterminanten derzeit klare Signale für weiter steigende Kurse.
Flankiert durch die üppige Liquiditätsversorgung seitens der großen Notenbanken hätten sich gängige Risikomaßstäbe wie Versicherungsprämien gegen Kreditausfälle im Bankensektor (CDS-Prämien) zuletzt sichtbar zurückgebildet. Selbst das ausgesprochen zähe Ringen um die für die Auszahlung der nächsten Hilfstranche notwendigen Sparmaßnahmen in Griechenland spiele für Aktien augenscheinlich nur noch eine untergeordnete Rolle. So zeige die Korrelationsanalyse, dass der DAX anders als noch im Herbst inzwischen nicht mehr negativ auf eine Spreadausweitung bei griechischen Staatsanleihen reagiere.
Entscheidend sei letztlich, dass sich die Risikoaufschläge der großen Länder Italien und Spanien - wie zuletzt geschehen - zurückbilden würden. Damit ergebe sich insgesamt eine Kombination aus nachlassender Risikoaversion, anhaltend niedrigen Zinsen und gleichzeitig anziehenden Frühindikatoren. Erfahrungsgemäß sei dies für Aktien die beste Phase. Auch die in der Berichtswoche zur Veröffentlichung anstehenden ZEW-Konjunkturerwartungen dürften das Bild einer Aufhellung der Wachstumserwartungen bestätigen. (10.02.2012/ac/a/m)


