Wien (aktiencheck.de AG) - Christian Hinterwallner, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie von Amazon.com (ISIN US0231351067/ WKN 906866) unverändert mit "verkaufen" ein.
Der weltweit größte Online-Einzelhändler Amazon.com habe im dritten Geschäftsquartal trotz des sich abschwächenden konjunkturellen Umfelds den Nettogewinn im Jahresvergleich von USD 80 Mio. auf USD 118 Mio. oder 27 US-Cent je Aktie (Analystenkonsens 25 US-Cent) steigern können.
Amazon.com versuche mit verstärkten Investitionen für diverse technologische Verbesserungen dem zunehmenden Wettbewerbsdruck entgegenzutreten. Die große und diversifizierte Produktpalette streue das Risiko. Amazon.com weise einen sehr hohen Verbreitungs- und Bekanntheitsgrad und dementsprechend eine starke Marktstellung auf.
Der Umsatz habe im Jahresvergleich um 31 % auf USD 4,26 Mrd. erhöht werden können. Dies sei etwas weniger gewesen als von Analystenseite erwartet worden sei und gleichzeitig der niedrigste Umsatzanstieg in zwei Jahren. Die Ziele für das laufende vierte Geschäftsquartal seien mäßig ausgefallen. Das Umsatzziel - avisiert in der Spanne von USD 6 Mrd. bis USD 7 Mrd. - liege unter den Markterwartungen. Die Prognose für das operative Ergebnis (in der Spanne von USD 145 Mio. bis USD 305 Mio.) biete wenig Orientierung.
Amazon.com habe zwar für das dritte Quartal 2008 beim Gewinn als auch beim Umsatz deutliche Anstiege veröffentlichen können, dennoch zeichne sich bereits eine signifikante Abschwächung der Geschäftsdynamik ab. Für Missstimmung habe der Ausblick für die Entwicklung im wichtigen Weihnachtsquartal gesorgt. Hier sei aufgrund der fortgeschrittenen globalen Konjunktureintrübung kaum mit positivem Nachrichtenfluss zu rechnen. Gleichzeitig sei das Unternehmen nach wie vor mehr als ambitioniert bewertet.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bleiben bei ihrer "verkaufen"-Einschätzung für die Aktie von Amazon.com. (Analyse vom 23.10.2008) (28.10.2008/ac/a/a)
Analyse-Datum: 23.10.2008