Essen (aktiencheck.de AG) - Steffen Manske, Analyst der National-Bank AG, stuft die Aktie von AstraZeneca (ISIN GB0009895292/ WKN 886455) mit "kaufen" ein.
AstraZeneca zähle nach der im Jahr 1999 vollzogenen Fusion der schwedischen Astra und der britischen Zeneca Group und dem Zukauf des Biotechnologieunternehmens MedImmune 2007 mit einem 2006er Umsatz von 26,5 Mrd. USD zu den weltweit führenden Biopharmaunternehmen. An die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre könne das Unternehmen wie viele Wettbewerber nicht mehr anknüpfen, jedoch erkenne man die Umsatzsteigerung von 10% bzw. währungsbereinigt 6% als solide Fortschrittsrate. Die operative Entwicklung werde insbesondere durch die Stärkung des Biotechnologiebereiches beeinflusst.
AstraZeneca habe zur Jahresmitte 2007 das amerikanische Biotechnologieunternehmen MedImmune akquiriert. Generell sei die Gesellschaft mit vielen einzelnen Produkten in verschiedenen Anwendungsgebieten, wie der Anästhesie, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf, Atemwege, Zentrales Nervensystem, Magen-Darm und Onkologie tätig, so dass man das Risiko der Abhängigkeit von einem einzelnen Medikament als gering einschätze. Aus der Unternehmensgröße und der Vielzahl an Medikamenten ergebe sich eine sowohl produktbezogene als auch regional gute Diversifizierung. Der hohe Umsatzanteil von 49% in Nordamerika, dem größten Pharmamarkt, sei nach Erachten der Analysten der National-Bank AG nicht ungewöhnlich, denn dies entspreche dem Branchendurchschnitt.
AstraZeneca sei aktuell sowohl auf Basis des Peergroup-Vergleiches als auch im Hinblick auf die historischen Bewertungsrelationen klar unterbewertet. So betrage das 2008er KGV 10,0 während die Vergleichsgruppe einen Wert von 12,2 aufweise. Für die Jahre 2005 und 2006 habe dieser Wert für das Unternehmen noch 16,6 bzw. 15,5 betragen. Das 2008er Kurs-Cashflow-Verhältnis liege bei 7,7 im Gegensatz zu 9,7 der Peergroup und Werten von über 11 der Jahre 2005 und 2006. Die Dividendenrendite betrage 4,6% und liege somit auch über dem Branchendurchschnitt von 3,3%. Zusätzlich vollziehe der Konzern seit Jahren ein stetiges Aktienrückkaufprogramm. Insgesamt erkenne man ein Bewertungsniveau, welches der Marktstellung und der Geschäftsentwicklung nicht gerecht werde.
Die Analysten der National-Bank AG nehmen AstraZeneca als defensiven Wert neu in ihre Anlageempfehlungen auf. Das Unternehmen besitze eine solide internationale und produktseitige Aufstellung und sollte ihres Erachtens zukünftig von den laufenden Restrukturierungen profitieren. Das aktuelle Bewertungsniveau mit einem 2008er KGV von 10 erachte man als gute Kaufgelegenheit.
Die Analysten der National-Bank AG empfehlen die Aktie der AstraZeneca mit einem Kursziel von 2.600 Pence zum Kauf und raten Engagements bis zu Kursen von 2.400 Pence aufzubauen. Zur Risikobegrenzung sollte man das Stop-loss-limit von 1.800 Pence zu beachten. (Analyse vom 23.01.2008) (23.01.2008/ac/a/a)
Analyse-Datum: 23.01.2008