Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Analystin der SEB, Oana Floares, stuft die BASF-Aktie (ISIN DE0005151005/ WKN 515100) mit dem Rating "buy" ein.
BASF habe zuletzt mit der sehr dynamischen Q2-Entwicklung überzeugen können. Auf der Erlösseite hätten sowohl die Preiserhöhungen von 9% gegenüber dem Vorjahr als auch die positiven Währungseffekte (+6%) zum Wachstum beigetragen. Insgesamt seien 16,2 Mrd. EUR (+29,7%) eingenommen worden. Alle Bereiche hätten zweistellig zugenommen, mit Ausnahme von Öl & Gas (preisbedingt) sowie Agricultural Solutions (geringes Wachstum; ebenfalls gesunkene Preise). Auch die Kostenseite habe sich erfreulich entwickelt. Trotz Restrukturierungsaufwendungen von 127 Mio. EUR sei die EBIT-Marge auf knapp 13% (Vorjahr: 6,2%) gestiegen. Zum weiteren Verlauf habe man sich diesmal optimistischer geäußert, man wolle stärker als die weltweite Chemieproduktion von 7-8% zulegen und das operative Ergebnis "deutlich" verbessern.
Der Ciba-Kauf stärke die Position in Bereichen der Spezialchemie. Das Erlösziel 2010 sei nach Erachten der Analysten erreichbar und dürfte nach der starken H1-Entwicklung deutlich übertroffen werden. Nach Unternehmensangaben solle die Dividende 2010 nach oben angepasst werden. Die Analysten würden von einer mindestens 10%-igen Steigerung (Rendite von derzeit über 4%) ausgehen. Die Bewertung des Titels erscheine ihnen mittlerweile angemessen.
Die Nettoverschuldung per Ende Q2 2010 bleibe nach Erachten der Analysten mit 13,5 Mrd. EUR recht hoch. Sie dürfte nur langsam abgebaut werden. Von größeren Akquisitionen würden sie frühestens im nächsten Geschäftsjahr ausgehen. Die positiven Währungseffekte dürften sich in H2 2010 etwas abschwächen, die Wachstumsraten sollten bereits basisbedingt moderater werden. Die Pflanzenschutzsparte - wenngleich ein kleiner Bereich im Konzern - werde sich ihres Erachtens nicht allzu rasch wieder erholen. Die Erholung der Chemiebranche auf breiter Basis stimme die Analysten insgesamt deutlich positiver als noch zu Jahresanfang. Auch aufgrund der Erfolge auf der Kostenseite hätten sie ihre BASF-Schätzungen weiter angehoben.
Aus Sicht der technischen Analyse habe die Aktie von BASF Ende April 2010 bei 48,84 EUR notiert, so Andreas Klähn, technischer Analyst der SEB. Danach sei es erst einmal abwärts gegangen. Erst im Bereich von 40,00 EUR habe der Wert eine neue Aufwärtsbewegung unternommen, die aber nicht mehr ganz bis zum Jahreshoch geführt habe. In dieser Woche drehe die Aktie erneut nach unten ab. Mit fallenden Hochpunkten lägen formal gesehen die Voraussetzungen für einen vorläufigen Abwärtstrend vor.
Die Analysten würden allerdings nicht davon ausgehen, dass daraus ein langfristiges Abwärts-Szenario werde. Dazu sei das langfristige Trendumfeld trotz Abschwächung zu positiv. BASF befinde sich jedoch unzweifelhaft in einer Konsolidierung. Dabei werde es nun darauf ankommen, die Unterstützungs-Haltemarke bei 43,50 EUR zu verteidigen, denn sie biete die erste gute Chance auf eine Stabilisierung. Sollte sie durchbrochen werden, könnte sich die Abwärtsbewegung noch bis ca. 40,00 EUR ausweiten. Käufe sollten derzeit zurückgestellt werden. Bei einem Ausbruch über die vorläufige Abwärtstrendlinie (aktuell 46,97 EUR, wöchentlich fallend) seien erste Zukäufe überlegenswert, denn dies dürfte ein deutliches Zeichen der Entspannung sein.
Die Analysten der SEB bewerten die BASF-Aktie mit "buy". Das Kursziel werde von 48,00 EUR auf 52,00 EUR angehoben. (Analyse vom 30.07.2010) (30.07.2010/ac/a/d)
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