Hannover (aktiencheck.de AG) - Frank Schwope, Analyst der Nord LB, bestätigt sein Votum "verkaufen" für die Aktie von BMW (ISIN DE0005190003/ WKN 519000).
Der bayerische Automobilkonzern habe am gestrigen Tag (01.12.) mitgeteilt, dass er mit Toyota (ISIN JP3633400001/ WKN 853510) "eine mittel- bis langfristige Zusammenarbeit im Bereich umweltfreundlicher Technologien der nächsten Generation vereinbart" habe. In einer Absichtserklärung hätten die beiden Unternehmen die Zusammenarbeit bei der Grundlagenforschung im Bereich Lithium-Ionen Batterietechnologie der nächsten Generation vereinbart. Zusätzlich habe man sich geeinigt, weitere Projekte für eine Zusammenarbeit zu prüfen. Zudem solle ab 2014 BMW 1,6 Liter und 2,0 Liter Dieselmotoren für den europäischen Markt an Toyota liefern.
Die Analysten hätten sich einerseits von der Kooperation mit Toyota überrascht gezeigt, da BMW erst Anfang Februar dieses Jahres ein Joint Venture mit Peugeot/Citroen (ISIN FR0000121501/ WKN 852363) für den Bereich Hybrid-Technologie vereinbart habe und bereits Dieselmotoren von Peugeot/Citroen beziehe. Andererseits würden sie festhalten, dass Kooperationen mit verschiedenen Partnern insbesondere im Bereich von kostenträchtigen Zukunftstechnologien im Trend lägen. Allerdings hätten sie Zweifel daran, ob die Forschungs- und Entwicklungs-Kooperation mit Toyota zukunftsträchtig sei. Die Erfahrung u.a. bei Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000)/Chrysler und Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403)/Suzuki (ISIN JP3397200001/ WKN 857310) zeige, dass je weiter die Partner räumlich, aber auch unternehmenskulturell, entfernt seien, desto schwieriger eine Zusammenarbeit werde.
Zwar sei die reine Lieferung von Motoren ein Gewinn für BMW, aber bei der geplanten Kooperation im Bereich Forschung und Entwicklung seien nach Auffassung der Analysten die Probleme vorprogrammiert. Wie sich am Beispiel Volkswagen/Suzuki gezeigt habe, habe wohl scheinbar kein Partner dem anderen einen wirklichen Einblick in das Unternehmen gewähren wollen.
Ankündigungen anderer Automobilhersteller von Produktionsdrosselungen, dem Abbau von Arbeitsplätzen sowie der Einschätzung einer empfindlichen Abkühlung des Automarktes, könnten nach Ansicht der Analysten Vorboten eines schwierigen Geschäftsjahres 2012 sein.
Die Analysten der Nord LB haben das Kursziel für die BMW-Aktie von 52 EUR auf 50 EUR reduziert und lassen ihr Rating "verkaufen" unverändert. (Analyse vom 01.12.2011) (02.12.2011/ac/a/d)