Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, stuft die BOB MOBILE-Aktie (ISIN DE000A0HHJR3/ WKN A0HHJR) weiterhin mit dem Rating "kaufen" ein.
BOB MOBILE habe Anfang Juni den Geschäftsbericht für das Ende Dezember abgelaufene Geschäftsjahr 2009 veröffentlicht. Nachdem das Unternehmen bereits Mitte März die wichtigsten Eckpunkte (Umsatz, EBIT, Jahresüberschuss vor und nach Anteilen Dritter) des Zahlenwerks bekannt gegeben habe, habe sich der Überraschungseffekt bei den Marktteilnehmern in Grenzen gehalten.
Die Einführung eines Konzernabschlusses im Rahmen der Neuordnung der Beteiligungen habe BOB MOBILE bereits kommuniziert, sodass das gegenüber 2008 deutlich höhere Niveau aller Kennziffern bereits bekannt gewesen sei. So hätten sich im Zuge der Abschlussbesprechungen mit dem Wirtschaftsprüfer laut Vorstand Remco Westermann lediglich kleinere Abweichungen beim Umsatz und EBIT ergeben, während der Jahresüberschuss exakt dem vorläufigen Wert entsprochen habe.
Im Einzelnen habe BOB MOBILE demnach in 2009 einen Umsatz von 34,5 (bisher 33,0) Mio. Euro vermelden können. Das operative Ergebnis (EBIT) sei jetzt mit 4,2 (4,4) Mio. Euro gemeldet worden. Der Jahresüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter habe mit 1,7 Mio. Euro der vorläufigen Zahl entsprochen. Die Anteile Dritter seien hingegen auf 1,1 (1,3) Mio. Euro leicht nach unten korrigiert worden.
Die Änderung des Ergebnisses je Aktie auf 1,17 (1,30) basiere hingegen auf einer rückwirkend per 01.01.2009 als Folge einer Kapitalerhöhung 1,447 (1,334) Mio. Stück gestiegenen Aktienanzahl. Laut Unternehmensangaben solle der Erlös Kapitalerhöhung zur Entwicklung neuer Produkte und zur Finanzierung weiteren Wachstums verwendet werden.
Die zitierte Kapitalerhöhung habe die ohnehin schon gute Eigenkapitalquote der BOB MOBILE AG nach den Berechnungen der Analysten nochmals auf ungefähr 53 Prozent erhöht. Dieser Wert stelle ihres Erachtens für ein Wachstumsunternehmen einen respektablen Wert dar. Zum Bilanzstichtag am 31.12.2009 habe die Eigenkapitalquote bereits 43 (Vj. 35) Prozent betragen. Bis auf zu vernachlässigende Kontokorrent-Linien sei die BOB MOBILE AG im Prinzip frei von Bankschulden.
Nach dem Wachstumssprung in 2009 sei die BOB MOBILE AG nach Erachten der Analysten auch gut in das laufende Geschäftsjahr 2010 gestartet. So habe der Umsatz um ein Fünftel auf 6,2 (Vj. 5,1) Mio. Euro zugelegt. Das operative Ergebnis (EBIT) habe sich trotz gestiegener Werbeaufwendungen zur Neukundengewinnung auf 0,6 (0) Mio. Euro verbessert. Das Ergebnis je Aktie sei mit 0,30 (0) Euro je Anteilsschein gemeldet worden.
Positiv sei aus Sicht des Alleinvorstands Remco Westermann auch der erneut starke operative Cash Flow ausgefallen. Dies habe BOB MOBILE eine kostengünstige Finanzierung der Medien- und Werbeausgaben ermöglicht.
Da die Eckpunkte der Kennzahlen für 2009 bereits seit Mitte März auf Basis vorläufiger Werte bekannt gewesen seien, habe die Veröffentlichung des Geschäftsberichtes Anfang Juni keine neuen Erkenntnisse ergeben. Das geänderte Ergebnis je Aktie basiere demnach auf einer rückwirkend berücksichtigten Kapitalerhöhung und nicht auf etwaigen betriebswirtschaftlichen Korrekturen. Durch die Kapitalerhöhung besitze die BOB MOBILE AG für eine derartiges Wachstumsunternehmen mit einer nach den Berechnungen der Analysten über fünfzigprozentigen Eigenkapitalquote eine sehr gute Kapitalausstattung.
Die BOB MOBILE AG sei somit in der Lage, neue Wachstumsmärkte wie z. B. jetzt in den Markt der Online Browser Games zu erschließen. Hier würden die Analysten in Anlehnung an die Aussagen des Unternehmens für 2011 größere Impulse erwarten. Aber auch das bisherige Geschäft dürfte in 2010 wachsen, wie das aus Sicht der Analysten gut verlaufende erste Quartal zeige.
Auf der anderen Seite steige natürlich das Enttäuschungspotenzial, falls die BOB MOBILE AG einmal geringer als von manchem optimistischem Anleger erwartete Zuwachsraten melden sollte. Vorsichtige Investoren sollten deshalb bei weiter steigenden Kursen in Richtung des Kursziels der Analysten stets an Gewinnmitnahmen denken, um die gute Wertenwicklung des Engagements abzusichern, um dann bei einer Kursschwäche in die BOB MOBILE-Aktie erneut einzusteigen.
BOB MOBILE-Vorstand Remco Westermann agiere zwar nach Erachten der Analysten sehr geschickt beim Spagat zwischen der Vermittlung einer Wachstumsstrategie und der Schilderung realistischer Prognosen, könne aber verständlicherweise nicht jede zu optimistische Einschätzung Außenstehender kommentieren und zurechtrücken.
Die Analysten hätten vor dem Hintergrund der Erschließung des neuen Geschäftsfeldes Online Browser Games und des Wachstums im bisherigen BOB MOBILE-Stammgeschäft die Schätzungen mit Bedacht nach oben korrigiert.
Demzufolge erhöhen die Analysten von GSC Research auch ihr Zwölf-Monats-Kursziel um 5 Euro auf 20,50 Euro und behalten angesichts der Fortsetzung des Wachstumskurses ihre Kaufempfehlung für die BOB MOBILE-Aktie bei. (Analyse vom 15.07.2010) (15.07.2010/ac/a/nw)
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