Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, rät unverändert zum Kauf der BOB MOBILE-Aktie (ISIN DE000A0HHJR3/ WKN A0HHJR).
Bob Mobile sei ein internationaler Anbieter von mobilen Mehrwert- und Entertainmentanwendungen.
Die für BOB MOBILE relevanten Märkte würden laut Marktforschungsunternehmen auch im wirtschaftlich schwierigen Jahr 2009 wachsen. Die Erfahrungen aus vergangenen Rezessionen hätten gezeigt, dass wirtschaftliche Schwächephasen zwar nicht spurlos, aber dennoch meist in abgemilderter Form bei der Hauptzielgruppe der Produkte von BOB MOBILE ankommen würden. Die Erfahrungen würden zeigen, dass die Eltern als letzte Möglichkeit am Taschengeld der Kinder sparen, welches diese zunehmend für den Kauf von Produkten von BOB MOBILE einsetzen würden.
BOB MOBILE habe am 21. November seine vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2008 gemeldet. Demnach habe BOB MOBILE seinen Umsatz um 10 Prozent auf 3,3 (Vj. 3,0) Mio. Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) habe sich mit 157 (307) TEUR halbiert.
Der Hauptgrund für diesen starken Rückgang habe laut BOB MOBILE in höheren Akquisitionskosten für Neukunden und niedrigeren Umsätzen bei bestehenden Kunden der sog. "Billing Quote" gelegen, was Vorstand Remco Westermann in einem Gespräch auf das ab September abrupt verschlechterte Marktumfeld zurückführe. Trotz dieser nicht zufriedenstellenden Ergebniszahlen sei es BOB MOBILE gelungen, die Kundenanzahl zu steigern, um auch in Zukunft auf Wachstumskurs zu bleiben.
Auf Neunmonatsbasis habe der Umsatz von BOB MOBILE um etwas über ein Fünftel auf 8,7 (Vj. 7,1) Mio. Euro zugelegt. Das EBIT habe hingegen mit 508 TEUR auf unverändertem Niveau verharrt. Hier seien zuletzt die Auswirkungen der wirtschaftlichen Lage auf BOB MOBILE zu spüren gewesen. Neben höheren Kosten bei der Kundengewinnung hätten im Erotik-Bereich "Pinksim!" zwei kostspielige Mediendeals das Marketing-Budget belastet. Diese seien jedoch Ende Dezember ausgelaufen.
Um dennoch die Profitabilität des Unternehmens zu halten, habe BOB MOBILE angekündigt, die Marketingbudgets für das vierte Quartal deutlich zu kürzen. Eine genaue Prognose für das noch laufende Geschäftsjahr habe das Düsseldorfer Unternehmen in Anbetracht der derzeit unsicheren Konjunkturlage nicht geben wollen. In der Pressemeldung habe BOB MOBILE lediglich ausgeführt, dass man in 2008 weiterhin mit einem Umsatz- und EBIT-Wachstum rechne.
Als Folge der nach Erachten der Analysten durchwachsenen BOB MOBILE-Zahlen für das dritte Quartal 2008 hätten sie ihre Schätzungen sowohl an die allgemeine wirtschaftliche Lage wie die damit einher gehende Unternehmensentwicklung angepasst. Für das laufende Geschäftsjahr würden sie somit ihre Schätzung für den Umsatz auf 12,0 (bisher: 13,8) Mio. Euro korrigieren. Ihre Prognose für das EBIT würden die Analysten auf 0,7 (1,34) Mio. Euro reduzieren.
Den Jahresüberschuss nach Steuern würden die Analysten jetzt bei 0,699 (1,339) Mio. Euro sehen, da nach Auskunft von Vorstand Remco Westermann nach derzeitigem Erkenntnis auch für 2008 noch keine nennenswerten Steuerzahlungen anfallen würden. Das Ergebnis je Aktie würde sich in diesem Falle bei 0,52 (1,00) Euro einstellen.
Ihre Dividendenschätzung hätten sie auf 0,05 (0,10) Euro je Aktie reduziert. Von Seiten des Unternehmens habe es diesbezüglich noch keine Äußerungen gegeben, da man hier den Gremienbeschlüssen nicht vorgreifen wolle. Diese Einschätzung sei insofern mit Unsicherheit behaftet, da aufgrund der erst einmal vorgenommenen Ausschüttung und des noch jungen Unternehmensalters noch keine lange Dividendenhistorie vorliege.
Ihre Annahmen für 2009 hätten die Analysten im Vorfeld eines von den Wirtschaftsforschungsinstituten als schwierig zu erwartenden Jahres ebenfalls an die neuen Realitäten angepasst. Bei einem Umsatz von 13,2 (15,4) Mio. rechne man mit einem Jahresüberschuss nach Steuern von 1,239 (1,826) Mio. Euro, was mit einem Ergebnis je Aktie von 0,93 (1,37) Euro einhergehen würde. In dieser Rechnung seien derzeit 2 Cent Steueraufwand je Aktie enthalten, da man von einer Aufnahme der Steuerzahlungen auf niedrigem Niveau ausgehe. Die Dividende für 2009 würden die Analysten jetzt auf einem Niveau von 0,10 (0,20) Euro sehen.
Im dritten Quartal habe sich das veränderte wirtschaftliche Umfeld auch in den unter dem Strich enttäuschenden Zahlen von BOB MOBILE niedergeschlagen. Die Analysten hätten in diesem Zuge ihre Schätzungen überarbeitet. Selbst bei einem geringeren als bisher unterstellten Wachstum sowie weiterhin sehr vorsichtig gesetzten Annahmen in den Bewertungsmodellen verheiße jedoch die BOB MOBILE-Aktie weiterhin signifikantes Kurspotenzial.
Die Analysten von GSC Research bekräftigen deshalb ihre Kaufempfehlung für die Aktie von BOB MOBILE, passen aber das reduzierte Kursziel mit 6,10 Euro an die neue wirtschaftliche Lage an. Interessierte Investoren sollten weiterhin die geringe Marktkapitalisierung von 4,4 Mio. Euro beachten, weshalb Orders stets streng limitiert werden sollten. (Analyse vom 09.01.2009) (09.01.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 09.01.2009