Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Roland Könen, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die BÖWE SYSTEC-Aktie (ISIN DE0005239701/ WKN 523970) von "halten" auf "kaufen" hoch.
Die Anfang April vorgestellten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr hätten keine großen Überraschungen beinhaltet, wenngleich die Gewinnschätzungen der Analysten minimal verfehlt worden seien.
Umsatzseitig habe der Konzern ein organisches Wachstum von 5% auf 485 Mio. EUR erzielt. Berücksichtige man die Währungseffekte, die insbesondere aus der hohen Abhängigkeit vom amerikanischen Markt herrühren würden, dann hätte BÖWE SYSTEC die eigene Umsatzvorgabe von 490 Mio. EUR nahezu erreicht. In den USA, wo die Gesellschaft rund zwei Drittel der Umsätze generiere, habe die Tochter Böwe Bell + Howell einen auf Eurobasis gerechneten Umsatzanstieg um 10% auf 348 Mio. EUR erzielen können. Im deutschen Markt habe der Konzern bereits von der bevorstehenden Liberalisierung der Postmärkte profitiert. Insbesondere eine deutliche Expansion des Geschäfts mit Postsortiersystemen habe im Inland zu einem Umsatzplus von 35% auf 40 Mio. EUR geführt.
Aufgeteilt nach Produkt- und Serviceumsatz habe u.a. die hohe Nachfrage nach Sortiersystemen zu einer Steigerung der Produkterlöse um 9% auf 271 Mio. EUR geführt, die die Basis für zukünftige Zuwächse im Servicegeschäft legen würden. Etwas enttäuschend sei dabei der leichte Rückgang um 1% auf 214 Mio. EUR im Bereich der Serviceumsätze. Angabegemäß sei dieser Rückgang noch auf einige verloren gegangene Kundenbeziehungen aus 2003 und 2004 in den USA zurückzuführen, die sich jetzt erst zeitverzögert in den Serviceumsätzen bemerkbar gemacht hätten. Angesichts der anziehenden Produktumsätze sollten aber in 2007 bereits wieder steigende Serviceerlöse zu verzeichnen sein.
Der Auftragseingang habe mit 473 Mio. EUR nur unwesentlich über dem Vorjahresniveau gelegen. Angabegemäß habe der Konzern jedoch einen deutlichen Anstieg der konzerninternen Auftragseingänge beobachten können, der ein eindeutiges Zeichen für das Zusammenwachsen der einzelnen Gesellschaften innerhalb der BÖWE-Gruppe darstelle. Wie bereits zu den Neun-Monats-Zahlen habe der Auftragsbestand zum 31.12.2006 unter dem Vorjahresniveau gelegen, wobei der Rückstand jedoch bereits deutlich habe reduziert werden können. In erster Linie liege der niedrigere Orderbestand an zwei zwischenzeitlich abgearbeiteten größeren Einzelaufträgen bei der Tochter Böwe Bell + Howell.
Die mittelfristigen Perspektiven für BÖWE SYSTEC seien nach Erachten der Analysten unverändert positiv zu sehen. Als führender Hersteller der Branche werde das Unternehmen von den Marktbewegungen am stärksten profitieren. Für 2007 würden die Analysten hingegen noch nicht erkennen, dass sich dies deutlich auf der Ergebnisseite niederschlagen werde. Ihre Bewertungsmodelle würden aktuell einen fairen Wert je Aktie von etwa 52 EUR zeigen, der sich aus einem Fair Value ihres DCF-Modells von knapp 56 EUR sowie einem Unternehmensvergleich mit einem fairen Wert von etwa 48 EUR zusammensetze. Anzumerken sei hier, dass der direkte Vergleich mit dem börsennotierten Wettbewerber Pitney Bowes aktuell einen fairen Wert von ca. 53 EUR zeige.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die BÖWE SYSTEC-Aktie nach leichten Kursverlusten der letzten Wochen und dem damit verbundenen Kurspotenzial folglich von "halten" auf "kaufen" herauf. Das Kursziel sehe man unverändert bei 52 EUR. Zu beachten sei, dass die Liquidität der Aktie an der Börse verhältnismäßig gering sei. Ebenso sei zu beachten, dass die demnächst vorgestellten Quartalszahlen (15.5.2007) für das Gesamtjahresergebnis nur von untergeordneter Bedeutung seien. (Analyse vom 02.05.2007) (02.05.2007/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 02.05.2007