Wien (aktiencheck.de AG) - Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie der Bank of America (ISIN US0605051046/ WKN 858388) mit "verkaufen" ein.
Das Institut habe einen Nettogewinn von USD 6,2 Mrd. erwirtschaftet, was einem Gewinn je Aktie von USD 0,56 entspreche. Im Vorjahresquartal sei noch ein Verlust von USD 7,3 Mrd. (USD 0,77 je Aktie) verbucht worden. Die Markterwartungen hätten bei einem Gewinn von USD 0,21 je Aktie gelegen. Die Erträge seien gegenüber dem Vorjahresquartal um 6% auf USD 28,7 Mrd. gestiegen.
Zum "guten Ergebnis" hätten jedoch erhebliche Sondereffekte beigetragen. Insgesamt hätten die so genannten Debit Valuation Adjustments (DVA) den Gewinn vor Steuern um USD 6,2 Mrd. aufgebessert. Diese würden auf der Annahme basieren, dass US-Banken ihre eigenen Verbindlichkeiten mit Abschlägen zurückkaufen könnten. Der geringere Wertansatz der Schulden resultiere aus den zuletzt stark angestiegenen CDS-Spreads.
Daneben hätten Anteilsverkäufe an der China Construction Bank einen Vorsteuergewinn von USD 3,6 Mrd. und "Private Equity und strategische Investments" einen Verlust von USD 2,2 Mrd. vor Steuern gebracht.
Der US-Investor Warren Buffet greife der gebeutelten US-Bank mit USD 5 Mrd. unter die Arme und erhalte dafür Vorzugsaktien mit einer Verzinsung von 6% jährlich. Darüber hinaus erhalte Buffet ein zehnjähriges Bezugsrecht zum Erwerb von 700 Mio. Aktien zum Preis von USD 7,14 je Stück.
Der US-Versicherungskonzern AIG (ISIN US0268747849/ WKN A0X88Z) habe gegen Bank of America wegen fauler Hypotheken eine Schadenersatzforderung in Höhe von USD 10 Mrd. angemeldet.
Bank of Americas' CDS-Spread auf 5-jährige Verbindlichkeiten liege mit 340 Basispunkten deutlich über dem Durchschnitt (216 BP) der Benchmark (34 US-Banken).
Wie seinen Mitbewerber habe eine Neubewertung der eigenen Verbindlichkeiten auch der Bank of America zu einem Ergebnisschub verholfen. Bereinigt um alle Sondereffekte könne jedoch lediglich von einer schwarzen Null beim Quartalsergebnis gesprochen werden. Rund USD 13 Mrd. habe das Institut heuer schon für Rechtsstreitigkeiten in Bezug auf faule Hypotheken gezahlt und ein Ende sei noch nicht in Sicht. Dennoch betone CEO Moynihan, keinen Kapitalbedarf zu haben. Dafür habe sich die Bank of America den Einstieg Buffets einiges kosten lassen. Nichtsdestotrotz würden auch damit die vielen Probleme, allen voran das weiterhin hohe Prozesskostenrisiko nicht zu lösen sein.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bewerten die Aktie der Bank of America mit dem Rating "verkaufen". (Analyse vom 25.10.2011) (27.10.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.