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Bayer Kursziel 64 Euro (Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA)
Im ersten Quartal 2008 habe Bayer den Konzernumsatz wegen der erneut negativen Währungseffekte nur um 2,4% auf 8,5 Mrd. Euro steigern können. Währungsbereinigt habe das organische Wachstum in den ersten drei Monaten laut Bayer bei 7% gelegen. Getragen worden sei das Wachstum durch die Segmente Crop-Science (+11% auf 2,0 Mrd. Euro; organisch +15%), das von der Agrarhausse profitiert habe, und HealthCare (+3% auf 3,7 Mrd. Euro; organisch +9%). Das im Vergleich eher zyklische Segment MaterialScience habe wegen der Währungseffekte einen Umsatzrückgang von 4% auf 2,5 Mrd. Euro; organisch +1%) erlitten.
Trotz der Belastungen auf der Währungsseite habe Bayer das Konzern-EBITDA vor Sondereffekten in den ersten drei Monaten 2008 um 10% auf 2,2 Mrd. Euro erhöhen können. Da im Vorjahresquartal ein Veräußerungsgewinn in Höhe von 2,1 Mrd. Euro angefallen sei, sei die Entwicklung bei Konzernergebnis und berichtetem EPS (0,96 Euro nach 3,44 Euro) im 1. Quartal 2008 verzerrt. Das um Sondereffekte bereinigte Core-Earnings-Ergebnis je Aktie sei aussagekräftiger und sei im ersten Quartal 2008 um 14% auf 1,44 Euro gestiegen.
Bayer habe für 2008 nur drei Konzernziele veröffentlicht. Das Umsatzwachstum vor Währungseffekten solle ca. 5% betragen. Das EBITDA vor Sondereffekten solle steigen und die bereinigte EBITDA-Marge - 2007 habe sie 20,9% betragen - solle verbessert werden. Bis 2009 will Bayer die EBITDA-Marge auf über 22% steigern.
Basis für die Schätzungen der Analysten von Hauck & Aufhäuser sei das EBITDA vor Sondereffekten und vor Synergien 2007 in Höhe von ca. 6,5 Mrd. Euro. Für die Jahre 2008 und 2009 erwarte man für den Konzern wegen der unsicheren wirtschaftlichen Situation und wegen des Patentstreits mit dem Generikahersteller Barr in den USA in Bezug auf das Kontrazeptivum Yasmin nur ein EBITDA-Wachstum vor Synergien von jährlich 1% nach zuvor 3%. Diese neue Annahme sehe man als konservativ an. Das EBITDA vor Sondereffekten solle (inklusive Synergien) 2008 auf 7,04 Mrd. Euro (2007: 6,77 Mrd. Euro) ansteigen. Beim Finanzergebnis erwarte man wegen der gegenwärtig höheren Zinsen keinen wesentlichen Rückgang und die Steuerquote setze man 2008 nach der Erstattung im Jahr 2007 mit 32% an. Im ersten Quartal 2008 habe sie bei 29% gelegen.
Für das Core-EPS 2008 erwarte man wegen der höheren Basis 2007 jetzt einen Wert von 4,19 Euro (zuvor 4,02 Euro). Die Schätzung für das berichtete EPS liege wegen der 2008 weiter hohen Sondereffekte mit 2,53 Euro deutlich unter dem Core-EPS. Für 2009 erwarte man einen weitgehend synergiegetriebenen Anstieg des EBITDA vor Sondereffekten von 7,04 Mrd. Euro auf 7,41 Mrd. Euro. Das Core-EPS 2009 schätze man - bei ansonsten gleichen Annahmen wie 2008 - auf 4,57 Euro. 2009 komme es zu einer deutlichen Verbesserung beim berichteten Ergebnis auf 3,31 Euro, da gewisse Sonderbelastungen zurückgehen würden und die Synergien ihren Zielwert erreichen sollten.
Für die Bewertung von Bayer gehe man ergebnisseitig von der Core-EPS-Ergebniserwartung für 2009 von 4,57 Euro aus. Damit werde Bayer gegenwärtig mit einem KGV 2009 von 11,3 bewertet, einem für die letzten Jahre niedrigen Wert. Im europäischen Healthcare-Bereich sei gegenwärtig die dänische Novo Nordisk am besten mit Bayer vergleichbar. Sie weise auf Basis der Konsensschätzungen ein KGV 2009 von 19 auf. Der Agrochemiekonkurrent Syngenta werde 2009 mit einem KGV von 19,4 bewertet und der Chemiekonkurrent BASF auf Basis der Schätzungen der Analysten von Hauck & Aufhäuser mit einem KGV von unter 11. Man gewichte diese drei KGVs mit den EBITDA-Anteilen des Jahres 2007 der entsprechenden Segmente bei Bayer, wobei auf Bayer Healthcare mit 56% EBITDA-Anteil der größte Teil entfalle. Aus den gewichteten KGVs der Vergleichsunternehmen leite sich ein Healthcare/Chemie-KGV 2008 für Bayer von 17,0 ab. Das Ziel-KGV reduziere man wegen der anhaltenden Finanzkrise und der geringeren Risikobereitschaft der Anleger von zuvor 16 auf 14. Das Ziel-KGV von 14 und die Core-EPS-Schätzung 2009 von 4,57 Euro würden zu einem Aktien-Kursziel im Juni 2009 von ca. 64 Euro führen. Bei einem gegenwärtigen Kurs von 51,60 Euro (Stand 23. Juni 2008) stelle dies ein Potenzial für die nächsten 12 Monate von etwa 24% dar.
Die Analysten von Hauck & Aufhäuser bestätigen die Aktie von Bayer auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste und sehen das Kursziel weiter bei 64 Euro. (Analyse vom 24.06.2008) (24.06.2008/ac/a/d) Analyse-Datum: 24.06.2008
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