Harthausen (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Brief" halten die Bijou Brigitte-Aktie (ISIN DE0005229504/ WKN 522950) für interessant.
Das Wachstumstempo sei hoch: Laut Planvorgabe von CEO und Mehrheitseigner Werner sollten pro Jahr zirka achtzig neue Filialen eröffnet werden. Und da der deutsche Markt weithin gesättigt sei, ziehe es Bijou Brigitte ins Ausland. Inzwischen würden fast zwei Drittel aller 1.005 Filialen aufs Ausland entfallen. Derzeitiger Expansionsschwerpunkt: Italien und Frankreich. Parallel dazu sei in 2007 der Einstieg in den schwierigen britischen Markt und - im Rahmen einer Testphase - die Eröffnung der fünften Filiale in den USA (Florida) erfolgt.
Die daraus resultierenden Umsatzbeiträge seien gut kalkulierbar. Jede Filiale generiere im Schnitt einen Jahresumsatz von 0,3 Mio. Euro. In 2007 habe Bijou Brigitte mit 74 neuen Filialen ein Erlösplus von 19,5 Mio. Euro (+5,4%) auf 367 Mio. Euro erzielt. Das Neue an 2007: Nach zehn Rekordjahren in Folge verharre der Gewinn (nach vorläufigen Angaben) mit 122 Mio. Euro leicht unter dem Niveau des vergangenen Jahres.
Ungeachtet der Gewinndelle stehe Bijou Brigitte glänzend da. Das Unternehmen bringe es auf eine Eigenkapitalquote von mehr als siebzig Prozent, erreiche selbst in 2007 eine hohe Vorsteuermarge von gut 33 Prozent und trumpfe mit einer stattlichen Dividendenrendite von fast sechs Prozent auf. Einzig erkennbarer Unsicherheitsfaktor des ansonsten nach wie vor intakten Geschäftsmodells ("Beziehe die Ware günstig aus Fernost und verkaufe sie teurer") sei der zunehmende Wettbewerbsdruck in Deutschland: Inzwischen würden auch Einzelhändler á la H&M die Bedeutung von Modeschmuck erkennen - und böten ihn an. Ferner habe Bijou Brigitte in 2006 eine Kampfansage aus Dänemark erhalten: Die Modeschmuckkette Pilgrim strebe auf den deutschen Markt, habe bereits rund 700 Partner für den Verkauf ihrer Accessoires gewonnen und erste eigene Shops eröffnet.
Die Konkurrenz für Bijou Brigitte sei in Deutschland gewachsen. Sie sollte das Geschäftsmodell der Hamburger jedoch nicht ins Wanken bringen. Dafür sorge schon der beständig steigende Auslandsanteil. Nach dem Kurssturz der vergangenen Monate erreiche die Aktie bei Kursen um 100 Euro ein niedriges KGV (2008) von zehn. Da deutliche Ertragsrückgänge eher unwahrscheinlich seien, könnten chancenorientierte Anleger mit dieser Aktie auf lange Sicht nicht allzu viel falsch machen. Gut zu wissen: Auch das Management blicke optimistisch in die Zukunft und habe seit Jahresbeginn mehr als drei Millionen Aktien erworben und darüber hinaus kürzlich ein Rückkaufprogramm im Volumen von bis zu 10 Mio. Euro gestartet.
Nach Meinung der Experten vom "Geldanlage-Brief" weist die Bijou Brigitte-Aktie ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis auf. (Ausgabe 05 vom 28.03.2008)
(28.03.2008/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 28.03.2008