Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Dr. Karsten von Blumenthal von SES Research stuft die Aktie von CENTROSOLAR (ISIN DE0005148506/ WKN 514850) weiterhin mit "verkaufen" ein.
Itarion, das portugiesische Solarzellen-Joint Venture, solle in Q1/2010 mit der Produktion beginnen, nachdem CENTROSOLAR ein Konsortium mit neuen Joint Venture Partnern gefunden habe. Dies sei positiv für CENTROSOLAR, denn damit habe das Worst-Case-Szenario, die Aufgabe des gesamten JV-Projekts mit einem Mittelabfluss von circa EUR 15 bis 18 Mio., verhindert werden können.
Aufgrund der Insolvenz des früheren Partners Qimonda hätten neue JV-Partner gefunden werden müssen. Das Konsortium bestehe aus sieben Beteiligten: dem portugiesischen Energiekonzern EDP, einer staatlichen Investmentgesellschaft, drei Banken, einem Projektentwickler und einem Infrastrukturkonzern. Der Entscheidungsfindungsprozess mit einer derart hohen Anzahl von unterschiedlichen Unternehmen dürfte weder schnell verlaufen noch leicht sein.
Der Anlauf der zwei Linien zur Zellenherstellung von je 50 MW sei für Q1/2010 geplant und liege damit mehr als ein Quartal hinter dem ursprünglichen Plan zurück. Dies sollte nicht zwangsläufig ein Nachteil sein, da die Nachfrage in Q1 saisonal schwach sei. CENTROSOLAR erhalte 49% des Zelloutputs aus dem JV.
CENTROSOLAR erhoffe sich aufgrund der Nutzung der hochmodernen Ausrüstung von centrotherm photovoltaics und dem Halbleiter-Know-how der ehemaligen Qimonda Solar eine überlegene Kostenposition. Die Zellenproduktion dürfte wettbewerbsfähig sein, das Fehlen von Skalenvorteilen deute jedoch nicht auf eine Kostenüberlegenheit hin.
Das Hauptargument von CENTROSOLAR hinsichtlich einer eigenen Zellenproduktion sei die Planungssicherheit, vor allem für das Projektgeschäft. Trotz eines in den letzten Jahren sehr volatilen Solarmarktes seien Projektierer erfolgreich, die keine eigene Produktion hätten (Phoenix Solar, COLEXON, PAYOM SOLAR), während Projektierer, die eine Eigenproduktion aufgebaut hätten, wenig Erfolg damit hätten (Conergy).
In Zeiten einer signifikanten Zellüberkapazität liege der Vorteil einer eigenen Produktionsanlage nicht auf der Hand. Statt die zunehmende Käufermacht als Ankäufer von Zellen vollständig auszunutzen, sei CENTROSOLAR mit der Zelllinie teilweise einem Produktionsrisiko ausgesetzt. Die Aktie sollte kurzfristig durch die Q2-Zahlen belastet werden, die recht schwach ausfallen dürften, denn es sei davon auszugehen, dass die fallenden Modulpreise nicht durch fallende Zellpreise kompensiert werden könnten, da CENTROSOLAR zuerst ihren Zellenlagerbestand reduzieren müsse.
Auf Basis eines aktualisierten DCF-Modells liege das Kursziel weiterhin bei EUR 3,30.
Die Empfehlung der Analysten von SES Research die Aktie von CENTROSOLAR zu verkaufen wird bestätigt. (Analyse vom 08.06.2009) (08.06.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 08.06.2009