Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Dr. Karsten von Blumenthal von SES Research stuft die Aktie von CENTROSOLAR (ISIN DE0005148506/ WKN 514850) weiterhin mit "verkaufen" ein.
CENTROSOLAR habe sich aus dem ursprünglich mit der jetzt insolventen Qimonda Gruppe gegründeten Itarion Joint Venture, einer Produktion von Solarzellen in Portugal, zurückgezogen. Kurzfristig würden sich die finanziellen Belastungen für CENTROSOLAR damit auf EUR 16,5 Mio. belaufen, da das Unternehmen aufgrund der Insolvenz von Qimonda vollständig für die Finanzschulden von Itarion in Höhe von EUR 16,5 Mio. haftbar sei. Der Betrag müsse bis Mitte 2011 in Raten zurückgezahlt werden. Die Vermögenswerte von Itarion in Höhe von EUR 10,1 Mio. müssten abgeschrieben werden. Infolgedessen sollte das Finanzergebnis in Q2 2009 mit EUR 26,6 Mio. belastet werden.
Barmittel und freie Kreditlinien von EUR 25 Mio. dürften für eine Fortführung des Kerngeschäfts ausreichen. Damit habe CENTROSOLAR den Bedarf einer Kapitalerhöhung in Abrede gestellt. Der durch Itarion verursachte Abfluss von Barmitteln betrage EUR 5,5 Mio. in dieser Woche, EUR 1,25 Mio. in jedem Quartal bis Mitte 2010 und EUR 1,5 Mio. bis Mitte 2011. Die bereits hohe Nettoverschuldung von CENTROSOLAR (2009e: 97 Mio.) sollte sich weiter erhöhen, durch die Banken sei jedoch bereits eine Weiterführung der finanziellen Unterstützung signalisiert worden.
Die am 11. August fälligen Q2-Zahlen dürften schwach ausfallen und zusätzlich durch die finanziellen Konsequenzen des beendeten Itarion-Projekts belastet werden. Zumindest sehe das dritte Quartal umsatz- und ertragsseitig ein wenig vielversprechender aus: CENTROSOLAR sollte dann von ihrer flexiblen Beschaffung profitieren können, die einen erheblich niedrigeren Zelleinkaufspreis ermögliche und damit den Margendruck aufgrund von geringeren Modulpreisen reduziere.
Obwohl die Finanzposition von CENTROSOLAR durch die Beendigung des Itarion-Projekts geschwächt werde und sich damit der finanzielle Spielraum zur Finanzierung des Wachstums verringere, dürfte die Beendigung für das Unternehmen auf längere Sicht eindeutig von Vorteil sein. In Zeiten einer Zellenüberproduktion könne CENTROSOLAR günstig Zellen einkaufen - sowohl im Spotgeschäft als auch über langfristige Verträge. Die finanziellen und Wettbewerbsrisiken einer eigenen, eher kleinen Zellenproduktion, würden damit vermieden.
Die Schätzungen für 2010 und 2011 seien reduziert worden. Das neue Kursziel auf Basis eines aktualisierten DCF-Modells betrage EUR 3,00 (alt: EUR 3,30).
Die Analysten von SES Research bestätigen ihr Rating "verkaufen" für die CENTROSOLAR-Aktie. (Analyse vom 03.08.2009) (03.08.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 03.08.2009