Detmold (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Frankfurter Börsenbrief" raten die aktuellen Absturzkurse bei der Aktie von Celesio (ISIN DE000CLS1001/ WKN CLS100) für entsprechend langfristige Positionen zu nutzen.
Der Pharmagroßhändler habe bereits mehrere interessante Eisen im Feuer, wenn auch unter einem sehr langfristigen Blickwinkel. Dazu würden zum Einen die vorbereitenden Schritte für einen größeren Einstieg in den deutschen Apothekenmarkt gehören. Jetzt sei dies noch ein stark regulierter Markt, aber die europäische Kommission habe schon die Liberalisierung angestoßen, der sich letztlich auch Deutschland nicht werde verschließen können. Möglich sei, dass vor dem europäischen Gerichtshof schon im kommenden Jahr das Fremdbesitzverbot gekippt werde.
Das Vehikel für die Markterschließung dürfte die übernommene DocMorris werden, die aktuelle Nummer 1 unter den europäischen Versandapotheken. Doch das sei nicht alles, da die Marke DocMorris inzwischen auch mit Markenpartner-Apotheken am Markt vertreten sei. Bei einer Liberalisierung wäre dies eine ausgezeichnete Plattform für eine bundesweite Apothekenstrategie. Interessant sei diese Betrachtung deshalb, weil im Apothekengeschäft etwa viermal so hohe Margen erzielbar seien wie im klassischen Pharma-Großhandelsgeschäft. Mit etwa 2.100 eigenen Apotheken habe Celesio schon umfangreiche Erfahrungen im Apothekengeschäft.
Dazu komme: Schaffe das Unternehmen nun noch den Einstieg in den russischen Markt, wäre das ein weiterer Meilenstein. Beabsichtigt sei ein Mehrheitserwerb an der russischen Protek. Zu dieser Holding zähle der vorherrschende Pharmadistributor Russlands (Marktanteil rund 24%), die Apothekenkette Rigla sowie auch der Pharmaproduzent Sotex.
Gelinge der Einstieg, wäre das ein bedeutender Punktgewinn, da Russland als der global am schnellsten wachsende Pharmamarkt gelte. Voraussichtliche Wachstumsraten in den kommenden Jahren lägen bei etwa 20%. Protek dürfte per Jahresende 2006 auf eine EBITDA-Marge von 7,3% gekommen sein, während Celesio unternehmensweit im abgelaufenen Jahr auf 3,73% gekommen sei. Das Wertpapier sei kein Schnellläufer, aber ein grundsolider konservativer Wert mit viel Perspektive.
Die Experten vom "Frankfurter Börsenbrief" empfehlen also die aktuellen Absturzkurse bei der Celesio-Aktie für entsprechend langfristige Positionen zu nutzen. Ein Kauflimit empfehle man bei 40,05 Euro. Das Ziel liege zunächst bei 56,00 Euro. Das Stop-loss-Limit sollte bei 36,90 Euro platziert werden. (Ausgabe 42 vom 20.10.2007) (22.10.2007/ac/a/d)
Analyse-Datum: 22.10.2007