13.05.2008 15:48
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Celesio halten (Bankhaus Lampe KG)

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Analystin vom Bankhaus Lampe, Leslie Iltgen, rät die Celesio-Aktie (ISIN DE000CLS1001/ WKN CLS100) nach wie vor zu halten.

Die heute von Celesio veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2008 seien noch schwächer ausgefallen als von den Analysten erwartet. Die wichtigsten Kennzahlen würden wie folgt aussehen: Umsatz: -3,9% auf 5,4 Mrd. EUR (Q1/2007: 5,6 Mrd. EUR) (geschätzt: 5,4 Mrd. EUR), EBITDA: -25,7% auf 149,9 Mio. EUR (Q1/2007: 201,9 Mio. EUR) (geschätzt: 157 Mio. EUR), EBIT: -30,3% auf 122,4 Mio. EUR (Q1/2007: 175,5 Mio. EUR) (geschätzt: 125 Mio. EUR), Ergebnis vor Steuern: -39,0% auf 88,6 Mio. EUR (Q1/2007: 145,1 Mio. EUR) (geschätzt: 85 Mio. EUR), Nettoergebnis: -43,8% auf 57,6 Mio. EUR (Q1/2007: 101,7 Mio. EUR) (geschätzt: 60 Mio. EUR), EPS: 0,33 EUR (geschätzt: 0,35 EUR).

Mit ihren Erwartungen hätten die Analysten bereits unter den Konsensschätzungen gelegen. Beim EBITDA, EBIT und Nettoergebnis sei das tatsächliche Ergebnis jedoch noch schwächer ausgefallen als von den Analysten prognostiziert. Die Gründe für das gegenüber dem Vorjahr insgesamt deutlich schwächere erste Quartal seien wie erwartet der anhaltende Rabattwettbewerb im Großhandelsgeschäft in Deutschland, die politischen Preisangriffe in Großbritannien - insbesondere durch die seit Oktober 2007 wirksamen Preiskürzungen bei Generika - die Umstellung von Distributionsverträgen für Arzneimittel in Großbritannien sowie die ungünstige Kursentwicklung des Britischen Pfund gegenüber dem Euro.

Das Finanzergebnis habe sich u. a. wegen der höheren durchschnittlichen Verschuldung im Vergleich zur Vorjahresperiode verschlechtert. Diese sei im Wesentlichen auf die Akquisitionstätigkeit im Apothekenbereich und die Übernahme von Doc Morris zurückzuführen. Auch der gestiegene Marktzins im Euroraum habe zum geringeren Finanzergebnis beigetragen. Die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich höhere Steuerquote (35% statt 29,4% in Q1/2007) sei durch den im Vergleich zur Vorjahresperiode höheren Ergebnisanteil von Landesgesellschaften mit hohen nominalen Steuersätzen bedingt.

Der Ausblick für 2008 bleibe negativ. Das Management erwarte einen Umsatzzuwachs (in lokaler Währung) im niedrigen einstelligen Prozentbereich, ein EBITDA (währungsbereinigt) auf Vorjahresniveau und ein Ergebnis vor Steuern unter Vorjahr.

Celesio plane nun verstärkt, in den Ausbau der Dienstleistungspalette zu investieren, mit der die veränderten Distributionsanforderungen der Pharmahersteller erfüllt werden könnten. Ferner beabsichtige Celesio, verstärkt in den Aufbau neuer Geschäftsfelder zu investieren, mit denen die Nachfrage neuer Kundengruppen nach arzneimittelbezogenen Dienstleistungen adressiert werden solle. Doch einen zeitnahen positiven Ergebniseffekt würden die Analysten hiervon nicht erwarten.

Das Geschäftsjahr 2008 werde für Celesio herausfordernd bleiben. Insbesondere die staatlichen Eingriffe in GB (Großbritannien) würden dem Unternehmen weiter zu schaffen machen. Die Preiskürzungen würden nach Ansicht der Analysten nicht zeitnah und auch nicht im vollen Umfang durch Preisneuverhandlungen mit den Herstellern ausgeglichen werden können. Hinzu würden negative Währungseffekte durch das sich gegenüber dem Euro seit dem vierten Quartal 2007 stark abschwächende Britische Pfund kommen. Da gut 50% der Erträge von Celesio in GB erwirtschaftet würden, dürfte sich auch dieser Effekt negativ auf das Ergebnisentwicklung auswirken.

Neben den jüngsten staatlichen Eingriffen in GB und auch in Deutschland (Einführung GKV-WSG im April 2007) würden auch neue Preiskürzungen wie etwa in Irland und den Niederlanden hinzukommen, die es aufzufangen gelte.

Auftrieb könnte die Aktie erhalten, sobald das für Celesio wichtige EuGH-Urteil zur Liberalisierung des Apothekenmarktes bekannt gegeben werde. Die mögliche Liberalisierung der Apothekenmärkte - darunter in erster Linie in Deutschland aber auch in Italien und Frankreich - könnten Celesio mittelfristig attraktive Wachstumschancen im wichtigen, und im Vergleich zum Großhandelsgeschäft, margenstärkeren Apothekengeschäft eröffnen.

Sollte das für den deutschen Apothekenmarkt erwartete EuGH-Urteil zu einer Liberalisierung des deutschen Apothekenmarktes führen, wäre Celesio mit der mehrheitlich zum Konzern gehörenden Apothekenkette DocMorris bereits gut positioniert. Mittels Akquisitionen und des Ausbaus neuer Geschäftsfelder sollte es dem Unternehmen mittelfristig ebenfalls möglich sein, weiteres Wachstum zu generieren.

Ihre Schätzungen für 2008 hätten die Analysten nach unten angepasst. Sie würden nicht denken, dass das EBITDA - wie vom Management anvisiert - auf Vorjahresniveau gehalten werden könne. Das Vorsteuerergebnis werde deutlich unter dem von 2007 bleiben. Statt eines Ergebnisses je Aktie in Höhe von 2,35 EUR würden die Analysten nur noch 1,96 EUR erwarten. In 2009 würden sie wieder von einem positiven Ergebniszuwachs ausgehen. Doch auch hier hätten sei ihre Ergebniserwartung von ursprünglich 2,54 EUR auf 2,40 EUR je Aktie gesenkt.

Aufgrund der Tatsache, dass ihre gegenüber dem Konsens ohnehin niedrigeren Ergebnisprognosen sogar negativ übertroffen worden seien, hätten die Analysten ihr Kursziel nochmals nach unten korrigiert (von 30 auf 27 EUR).

Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Celesio-Aktie unverändert mit dem Rating "halten". (Analyse vom 13.05.2008) (13.05.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 13.05.2008

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