Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Analystin vom Bankhaus Lampe, Leslie Iltgen, empfiehlt die Celesio-Aktie (ISIN DE000CLS1001/ WKN CLS100) nach wie vor zu verkaufen.
Am 13.November veröffentliche Celesio die Ergebnisse für das dritte Quartal. Die wichtigsten Eckdaten würden sich gemäß der Analystenschätzungen wie folgt darstellen: Umsatz: +1,5% auf 5.515 Mio. Euro (Q3/07: 5.433 Mio. Euro), EBITDA: -19,8% auf 165,0 Mio. Euro (Q3/07: 205,8 Mio. Euro), EBIT: - 23,5% auf 137,0 Mio. Euro (Q3/07: 179,0 Mio. Euro) und das Nettoergebnis: -37,6% auf 67,3 Mio. Euro (Q3/07: 107,8 Mio. Euro).
Auf der Umsatzseite gehe man noch von einem leichten Zuwachs im dritten Quartal gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres aus. Beim Ertrag jedoch erwarte man einen deutlichen Rückgang. Das Ergebnis je Aktie dürfte, gemäß den Analystenschätzungen, bei 0,40 Euro liegen. In den Schätzungen enthalten sei auch wieder ein Buchverlust für den 12,5%-Anteil an Andrae-Noris-Zahn; diesmal in Höhe von knapp 9 Mio. Euro. Ihre Schätzungen für das Gesamtjahr 2008 und 2009 hätten die Analysten sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Ertragsseite nochmals nach unten korrigiert.
Für 2008 erwarte man nur noch ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 1,60 Euro (zuvor: 1,62 Euro) und für 2009 von 1,85 Euro (zuvor: 1,97 Euro). Hintergrund seien der anhaltende Wettbewerb im Großhandelsbereich, der Trend hin zu mehr DTP-Verträgen (direct-to-pharmacy), die mögliche Belastung des OTCGeschäfts (over-the-counter) im Rahmen des derzeitigen konjunkturellen Umfeldes sowie die zu erwartenden Preiskürzungen für Markenprodukte in GB in Höhe von 5% im kommenden Geschäftsjahr.
Ferner dürfte auch eine mögliche Liberalisierung des Apothekenmarktes in Deutschland im nächsten Jahr (am 16.Dezember solle hierzu das finale Plädoyer des Generalstaatsanwaltes erfolgen) kurzfristig keinen nennenswerten positiven Ertragsbeitrag liefern. Celesio müsste aus Sicht der Analysten zunächst verstärkt in den weiteren Ausbau des Apothekennetzwerkes investieren. Chancen im Hinblick auf weiteres Wachstum und die Verbesserung auf der Profitabilitätsseite sehe man mittelfristig durch mögliche steigende Vergütungen der Apotheken für Service- und Gesundheitsleistungen (s. GB) sowie durch den Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts.
Im Rahmen der weiteren Verbreitung von DTP-Vereinbarungen etwa, könnte Celesio den Dienstleistungsbereich mit maßgeschneiderten Lösungen für große Medikamentenhersteller aus einer Hand ausbauen (beispielweise Vertrag zwischen Movianto und Teva in Frankreich beziehungsweise den im September geschlossenen Vertrag zur Distribution von 200 Generikaprodukten in Deutschland). Die Abhängigkeit von regulatorischen Eingriffen könnte verringert und attraktivere Margen generiert werden
Die Herausforderungen in den verschiedenen Märkten würden aus Sicht der Analysten weiterhin anhalten. Die Aussichten auf eine deutliche Verbesserung auf der Ertragsseite sehe man kurzfristig nicht. Man schließe zudem nicht aus, dass die Konsensschätzungen (EPS-Konsens laut Bloomberg für 2008 bei 1,70 Euro und für 2009 bei 2,21 Euro) im Rahmen der Q3-Berichterstattung noch deutlich nach unten korrigiert würden.
Vor diesem Hintergrund behalten die Analysten vom Bankhaus Lampe ihr Anlageurteil "verkaufen" für die Celesio-Aktie vorerst bei. Das Kursziel werde von 21,00 Euro auf 20,00 Euro gesenkt. (Analyse vom 03.11.2008) (03.11.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 03.11.2008