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Commerzbank Depotaufnahme (Volksbank Karlsruhe eG)
Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe die Commerzbank 1,9 Mrd. EUR verdient. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern sei auf 15,4 Prozent gestiegen. Das operative Ergebnis sei im vierten Quartal auf 169 Mio. EUR eingebrochen (VJ: 652 Mio. EUR). Bisher habe die Frankfurter Bank den Turbulenzen auf den Kreditmärkten trotzen können.
Auf ihre CDO- und RMBS-Portfolios mit Subprime-Bezug habe die Commerzbank 44 Mio. EUR vor Steuern im zweiten Quartal, 291 Mio. EUR im dritten Quartal und 248 Mio. EUR im vierten Quartal 2007 abgeschrieben. In Summe bedeute dies eine Belastung in der Gewinn- und Verlustrechnung von 583 Mio. EUR. Weitere 191 Mio. EUR Wertminderung seien in der Neubewertungsreserve enthalten, dies habe das Unternehmen bereits am 14. Februar mitgeteilt.
Das Risiko weiterer hoher Abschreibungen sei somit begrenzt: Zum 31.12.2007 habe das Volumen an ABS-Kreditrisiken im Bankbuch 12,1 Mrd. EUR betragen. Hinzu seien 2,1 Mrd. EUR im Handelsbuch gekommen. Aus dem Volumen von 12,1 Mrd. EUR sei mit 6,6 Mrd. EUR ein beachtlicher Teil auf ABS-Papiere mit höchsten externen Ratings (AAA) entfallen. ABS-Bonds mit Absicherung durch Monoline-Versicherungen würden sich nur in sehr geringem Umfang (64 Mio. EUR) im Bestand befinden. Die Aktivitäten in Höhe von 2,1 Mrd. EUR im Handelsbuch seien auf europäische ABS-Risiken fokussiert.
Und dennoch, im Gegensatz zur Deutschen Bank halte die kleinste der großen Privatbanken an ihrem Gewinnziel für 2008 fest. Zusätzlich würden die am Markt kursierenden Fusionsgerüchte den Kursverlauf der Aktie stützen. Ausgesprochen interessant sei hierbei, dass der deutsche Branchenprimus Deutsche Bank in der vergangenen Woche mit einer Gewinnwarnung aufgewartet habe, während die Commerzbank ihr Ergebnisziel beibehalten habe. Mit den bisherigen Abschreibungen sei die Commerzbank bis dato sehr gut durch die Krise gekommen.
Dennoch habe die Commerzbank als der drittschlechteste unter allen DAX-Werten performt, sodass Schnäppchenjäger (insbesondere diverse bekannte Vermögensverwalter) zuletzt kräftig zugegriffen hätten. Das erwartete 2008er KGV von 7,5 (2009(e): 6,85) sei sehr verlockend, zumal darin bereits Neubewertungs-Rückstellungen für mögliche weitere Abschreibungen in Höhe von 200 Mio. EUR berücksichtigt seien. Dabei könnte in den kommenden Wochen ein ganz anderes, wesentlich erfreulicheres Thema in den Mittelpunkt rücken.
Die Ankündigung der Allianz, man wolle die Dresdner Bank-Tochter in eine Investment- und eine Privat- und Firmenkundenbank aufspalten, habe gleich eine ganze Reihe an Fusions- und Übernahmegerüchten nach sich gezogen. Die beiden momentan am heißesten diskutierten Varianten seien Folgende: Die Dresdner Bank solle in ein Dreierbündnis mit der Commerzbank und der Deutschen Postbank eingebracht werden. Konkret würde das wie folgt ablaufen: Die Allianz würde die Dresdner Bank als Sacheinlage in die Commerzbank einbringen. Das neu formierte Kreditinstitut würde dann die Postbank aufkaufen. Die Allianz wäre dann finanzkräftiger Großaktionär der neuen Bank.
Eine noch kühnere Variante könnte auch wie folgt aussehen: Eine Mega-Fusion zwischen der Deutschen Bank, der Commerzbank, der Postbank und der Dresdner Bank zu einer deutschen "Super-Bank" - wenngleich dies erst ab 2009 infrage käme.
Die erste Idee scheine durchaus plausibel, zumal so die Begehrlichkeiten der ausländischen Konkurrenz (z. B. Bank Santander, aber auch der chinesische Staatsfonds zeige angeblich Interesse) elegant ausgebremst werden könnten. Zudem scheine ein solcher Zusammenschluss vor dem Hintergrund der schwelenden Kreditkrise mit dem Argument der höheren Stabilität eines "Bank-Riesen" leichter politisch durchsetzbar. Während die Öffentlichkeit noch über die Ausmaße der Krise diskutiere, werde hinter den Kulissen bereits an einer Megafusion gearbeitet - die Synergieeffekte wären enorm.
Die Analysten der Volksbank Karlsruhe haben die Aktie der Commerzbank in ihr Musterdepot integriert. (Ausgabe vom 14.04.2008) (15.04.2008/ac/a/d) Analyse-Datum: 15.04.2008
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