Hannover (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Michael Seufert von der Nord LB stuft die Aktie der Commerzbank (ISIN DE0005428007/ WKN 542800) von zuvor "halten" auf jetzt "verkaufen" herab.
Der Konzern habe für die ersten drei Monate 2009 erstmalig Zahlen vorgelegt, die von der Commerzbank und der Dresdner Bank gemeinsam erwirtschaftet worden seien. Der Vorsteuerverlust habe bei 880 Millionen Euro gelegen. Der Konzernfehlbetrag nach Steuern habe 861 Millionen Euro betragen. Damit habe das Finanzinstitut unter dem Durchschnittswert der Analystenschätzungen gelegen. Die Tier-1-Kernkapitalquote habe unter Hinzurechnung der Staatsgelder per Ende März bei guten 10,2% gelegen.
Der Vorstand werde um die zwei bisherigen Bereichsvorstände Klösges und Sieber erweitert. Überraschenderweise habe auch der altgediente Risikochef Hartmann seinen Hut nehmen müssen. Aus dem Vorstandssprecher Blessing werde nun der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank.
Parallel zu den Personalveränderungen stelle sich die Bank inklusive ihrer Geschäftsbereiche neu auf. Die zukünftige Konzernstruktur basiere auf drei Bereichen. Dies seien die Kundenbank, das Asset-basierte Kreditgeschäft und das Abbau-Portfolio.
In den nächsten Quartalen durchlaufe der Konzern einen aufwendigen Transformationsprozess. Das Strategieprogramm "Roadmap 2012" solle dabei die Richtung vorgeben. Im Fokus stünden die Rückkehr zu schwarzen Zahlen bis 2011 und ein operatives Ergebnis von über 4 Milliarden Euro ab 2012. Solche Planungen seien nach Meinung der Analysten angesichts des enorm schwierigen Umfeldes mit Vorsicht zu genießen, zumal sich die Lage auch für die bisher noch recht stabilen Bereiche (Mittelstand, Privatkunden) verschlechtere. Das Kursziel für die Aktie werde von zuvor 3,10 Euro auf jetzt 5,25 Euro erhöht.
Die Analysten der Nord LB stufen die Aktie der Commerzbank von zuvor "halten" auf jetzt "verkaufen" herab. (Analyse vom 12.05.2009)
(12.05.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 12.05.2009