Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, rät die Continental-Aktie (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) weiterhin zu halten.
Continental hat am 29.04. den Quartalsbericht veröffentlicht und bei einem Umsatz von 4,302 Milliarden Euro ein EBITDA von 249,5 Millionen Euro, ein EBIT von -165 Millionen Euro und einen bereinigten Nettoverlust von 267,3 Millionen Euro erzielt.
Das Ergebnis sei keine große Überraschung, angesichts der enormen Produktionskürzungen bei den Automobilherstellern seien Umsatzeinbrüche in der Größenordnung von 30-40% zu befürchten gewesen. Die Schere zwischen Produktion und Absatz dürfte sich nach Einschätzung der Analysten aufgrund der starken Produktionskürzungen zunehmend weiter schließen, so dass der Tiefpunkt der Krise bereits erreicht sein könnte. Dennoch erwarte der CEO, Karl-Thomas Neuman, dass es bis zu fünf Jahre dauern könnte, bis die Nachfrage das hohe Niveau von 2007 wieder erreiche.
Die Überkapazitäten in der Automobilbranche beziffere er auf mindestens 20%. Continental habe dementsprechend im Automotive Segment einen Rückgang von 42,1% hinnehmen müssen. Beim Reifengeschäft habe der Umsatz im PKW-Bereich um 17,1% und im Nutzfahrzeugbereich um 27,5% niedriger als im Vorjahreszeitraum gelegen. Im Segment ContiTech habe der Umsatz um 28,8% unter dem Q1-2008 gelegen. In der Folge dieser dramatischen Umsatzeinbrüche sei das EBIT überproportional eingebrochen, wenngleich das Unternehmen es geschafft habe, mittels Sparmaßnahmen die Kosten ebenfalls deutlich zu senken.
Das Ergebnis des ersten Quartals dürfte nach Meinung der Analysten auf EBIT-Ebene das schwächste Quartal des Jahres 2009 bleiben, da sowohl im März als auch im April die Dynamik deutlich nachgelassen habe. Dementsprechend dürfte ihrer Ansicht nach das zweite Quartal (trotz der geringeren Arbeitstage infolge Ostern) deutlich höhere Umsätze und ein verbessertes operatives Ergebnis ausweisen. Dagegen würden die Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit den geplanten Werksschließungen das Ergebnis im weiteren Jahresverlauf noch belasten. Im Gesamtjahr wolle man ein positives operatives Ergebnis erreichen, sofern es zu keinen neuerlichen Abschreibungen komme. Continental wolle innerhalb der nächsten drei Monate ein eigenes Gesamtkonzept zur künftigen Kooperation zwischen der Schaeffler Gruppe und Continental vorlegen.
Der Hauptfokus des Unternehmens liege in diesem Jahr auf die Generierung eines substanziellen Free-cash-flow, daher würden weiterhin Investitionen und Fixkosten reduziert und auch die Aktionäre dürften nach Einschätzung der Analysten für 2009 keine Dividende erwarten. Die Nettoverschuldung liege angabegemäß bei 11 Mrd. Euro. Doch während der Konzern hier nur die Finanzschulden zugrunde lege, würden die Analysten alle finanziellen Verbindlichkeiten und Pensionsrückstellungen berücksichtigen (BHLe NetDebt-09e: 12,1 Mrd. Euro. Das Kursziel für die Aktie werde von zuvor 19 Euro auf jetzt 20 Euro erhöht.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Halten-Empfehlung für die Aktie von Continental. (Analyse vom 30.04.2009)
(30.04.2009/ac/a/d)
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Analyse-Datum: 30.04.2009