Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Christian Ludwig, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Continental (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) unverändert mit "kaufen" ein.
Auf der Roadshow in Köln/Düsseldorf seien folgende Themen im Nachgang zu den Q2-Zahlen von letzter Woche von Interesse gewesen: Der positive Ausblick von Continental für das Reifengeschäft (Volumenwachstum von 6% im zweiten Halbjahr, EBIT Beitrag von ca. 800 Mio. Euro) basiere auf der starken Nachfrage, die Continental letztes Jahr im Winterreifengeschäft gehabt habe.
25 Mio. Reifen seien bestellt worden, produzieren und liefern können habe Continental hingegen nur ca. 21 Mio. Stück. Daher sei der Sell-in (Verkauf der Reifen von Continental an den Handel) für Winterreifen 2012 gut angelaufen und Continental erwarte einen ähnlich guten Abverkauf wie 2011.
Der positive Optionseffekt von 93 Mio. Euro im Finanzergebnis zum Halbjahr mache rund 0,47 Euro im EPS aus. Damit werde nach IFRS die Differenz zwischen den aktuellen Kursen der ausstehenden Bonds und dem festgelegten Rückkaufwert ab Mitte 2013 (100 + halber Coupon) bewertet. Da der Bondkurs sinken werde, je näher der Rückkaufstermin rücke, werde sich dieser positive Effekt 2013 komplett umkehren.
Für die mittelfristige Entwicklung von Continental seien folgende Wachstumstreiber wichtig: Im Reifengeschäft werde die Kapazität in den nächsten fünf Jahren um 20% erweitert. Mit den neuen Werken in Heifei (China), Kaluga (Russland), Sumter (USA) und der Expansion in Brasilien würden Kapazitäten für 25 Mio. Reifen gebaut. Damit werde Continental vom Wachstumspotenzial der Emerging Markets profitieren.
Im Powertrainbereich leide Continental noch unter den niedrig-margigen VDO Aufträgen. Seit 2011 werde jedes Jahr ca. 15% des Umsatzes durch neue Projekte mit EBIT-Margen von mehr als 8% ersetzt. Damit sollte die Marge von -4,2% in 2010 über 1,9% in 2011 auf 8% bis 2014 steigen. Mittelfristig seien EBIT-Margen analog zu Bosch oder BorgWarner (ISIN US0997241064/ WKN 887320) (10 bis 12%) das Ziel.
Die Advanced Driver Assist Systems (ADAS), wie Notbremsassistent, Totwinkel-Assistent, Spurhalteassistent etc., würden nun auch in die Mittel- und Kompaktklasse einziehen (bspw. Ford Focus, AUDI A3, MB A-Klasse). Das helfe Continental in den nächsten zwei bis drei Jahren ca. 5% p.a. stärker zu wachsen als der Markt.
Die Analysten hätten ihre operativen Schätzungen für 2012ff noch mal leicht angepasst. Bei der Steuerquote (bisher: 31% jetzt 28%) und im Finanzergebnis hätten sie zu hoch gelegen, sodass der EPS-Effekt höher ausfalle. Continental sei sowohl im Automotive- als auch im Reifenbereich sehr gut aufgestellt, stehe kurz vor der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900)-Aufnahme und sei mit einem (um PPA adj.) KGV 12e von 7,5 nicht teuer.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre Kaufempfehlung für die Continental-Aktie. Das Kursziel werde von 90,00 Euro auf 95,00 Euro angehoben. (Analyse vom 08.08.2012) (08.08.2012/ac/a/d)
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