DAX in ruhigem Fahrwasser
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Aktienmärkte waren am Donnerstag zunächst von einer nachlassenden Bewegungsdynamik geprägt, wenngleich der positive Unterton immer vorhanden war, so die Analysten der Helaba.
Das Thema Griechenland habe erneut an erster Stelle gestanden, wobei man im frühen Geschäft den Eindruck nicht losgeworden sei, dass es viele Marktteilnehmer leid gewesen seien, sich permanent mit dem Hin und Her und erneut verschobenen Entscheidungen zu befassen.
Für Entspannung des angespannten Nervenkostüms habe die Nachricht gesorgt, dass sich die Koalitionsspitzen Griechenlands mit EU und IWF auf einen Sparplan geeinigt hätten. Allerdings seien Freudenfeste in Form von deutlich steigenden Kursen ausgeblieben. Dass dies nicht unberechtigt gewesen sei, würden die Äußerungen zeigen, welche aus Brüssel zu vernehmen gewesen seien. So habe Jean Claude Juncker von "vielen Unklarheiten" gesprochen, Bundesfinanzminister Schäuble habe festgestellt, dass die bisherigen Signale aus Athen noch nicht ausreichen würden, um das neue Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro freizugeben.
Auch nach einer über fünf Stunden andauernden Sitzung in Brüssel seien viele Unklarheiten nicht ausgeräumt worden und entsprechend sei auch nichts beschlossen worden. Am kommenden Mittwoch wolle sich die Euro-Gruppe erneut treffen. Bis dahin müssten dann alle Unklarheiten beseitigt worden sein.
Gestern Nachmittag hätten die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten die Marktteilnehmer erfreut. Im Zuge dessen habe der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) ein neues sechs-Monatshoch erreicht. Schlussendlich sei der DAX mit einem Aufschlag von 0,59 % aus dem Handel gegangen. Unter den Einzelwerten hätten die Papiere von Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000), nach Zahlenvorlage und Ausblick, herausgeragt.
Vor allem mit dem Ausblick für das Jahr 2012 (dieser habe rund neun Prozent über Konsensus gelegen) habe der Konzern die Anleger erfreut. Auch gestern hätten wieder eine ganze Reihe von Aktien neue Hochs erreicht. Zu nennen seien insbesondere BMW (ISIN DE0005190037/ WKN 519003; VZ), welche auf dem höchsten Stand seit 2007 geklettert seienen. Die Vorgaben für den heutigen Handelsstart würden auf eine leicht schwächere Eröffnung hindeuten.
Unsere letzten Kommentare zur DAX-Technik hätten auf Basis des Tagescharts stattgefunden. Heute wollten die Analysten den Blick auf den 4-Stunden-DAX-Future richten, welcher einen Einblick auf die kurzfristigen Entwicklungen geben solle. Es falle auf, dass die Rückkehrlinie des Aufwärtskanals nicht mehr erreicht worden sei. Dieser Umstand sei grundsätzlich als Hinweis auf eine temporäre Schwäche zu interpretieren. Diese These werde zudem von den vermehrt auftretenden, langen Dochten untermauert.
Dazu passe auch, dass das Bündel von Moving Averages mehr und mehr zusammenläuft, was wiederum für die nachlassende Bewegungsdynamik spreche. Damit werde ein Rücksetzer bis auf das untere Band des Keltner Channels (6.696) sehr wahrscheinlich. Unter dem genannten Level würden sich weitere Support bei 6.635 und 6.598 Punkten finden. Widerstand gehe von einem Pivot-Point bei 6.830 Zählern aus. (10.02.2012/ac/a/m)


