06.02.2008 16:07
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DEUTZ halten (Bankhaus Lampe KG)

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von DEUTZ (ISIN DE0006305006/ WKN 630500) von "kaufen" auf "halten" herab.

Das von DEUTZ für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres ausgewiesene operative Ergebnis habe mit 30,6 Mio. EUR (Vorjahr 14,3 Mio. EUR) deutlich über den Erwartungen des Marktes von 25,1 Mio. EUR gelegen. Der Umsatz für das dritte Quartal von 383,0 Mio. EUR habe die Erwartungen des Marktes dagegen nahezu voll getroffen. Im dritten Quartal 2006 habe DEUTZ über einen Umsatz von 292,2 Mio. EUR berichtet und somit binnen Jahresfrist ein beachtliches Plus von 31,1% erzielen können.

Das Konzernergebnis sei maßgeblich durch die nicht fortgeführten Aktivitäten des Bereichs DEUTZ Power Systems (DPS) beeinflusst worden. Durch den Verkauf des Geschäftsbereiches habe ein Vorsteuergewinn von 131,9 Mio. EUR bzw. ein Nachsteuerergebnis von 102,2 Mio. EUR realisiert werden können. Insgesamt habe sich das Konzernergebnis nach Steuern aus den nicht fortgeführten Aktivitäten auf 107,7 Mio. EUR und das Ergebnis aus den fortgeführten Aktivitäten auf 9,1 Mio. EUR belaufen.

Der deutliche Umsatzanstieg habe dabei zu einem Großteil aus dem Segment Kompaktmotoren infolge der hoch gelaufenen Produktion des Nutzfahrzeugmotors resultiert. Besonders hervorzuheben sei hier der sprunghafte Anstieg dieses Bereiches in der Region Asien/Pazifik, der nach neun Monaten um 88% über dem Niveau des entsprechenden Zeitraums des vergangenen Geschäftsjahres gelegen habe. Der Grund dafür liege unter anderem in dem Joint Venture "DEUTZ Dalian". Hier sei aber wieder mit einem Absinken des Volumens zu rechnen, da die Beschaffung zukünftig vermehrt in der Region erfolgen solle.

Die deutlich überproportionale Steigerung des operativen Ergebnisses im Vergleich zum Umsatz sei auf beide Geschäftsbereiche (Kompaktmotoren und DEUTZ Customised Solutions) zurückzuführen, wobei sich aber das Servicegeschäft besonders gut entwickelt habe. Zudem hätten sich nach dem Ausbau und Hochlauf der zusätzlichen internen und externen Kapazitäten im Laufe des dritten Quartals die Logistikkosten, insbesondere die Sonderfrachtraten, vermindert.

Der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten werde nach Angaben der Gesellschaft um 25% bis 30% über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres von 1,2 Mrd. EUR liegen (1,5 Mrd. EUR bis 1,56 Mrd. EUR). Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Gesellschaft aufgrund der bis zum dritten Quartal erzielten Umsätze im fortzuführenden Geschäft von 1,1 Mrd. EUR eher am Ende der prognostizierten Spanne liegen werde. Darüber hinaus habe der Bereich DEUTZ Power Systems bis zum Verkauf noch Umsätze in Höhe von 199,8 Mio. EUR erwirtschaftet.

Das EBIT der fortgeführten Aktivitäten solle sich nach Angaben der Gesellschaft nach 67 Mio. EUR im vergangenen Geschäftsjahr nun in einem hohen zweistelligen Bereich bewegen. Die EBIT-Marge unter Berücksichtigung der Anlaufkosten des Dalian Joint-Venture solle bei rund 6% liegen. Die Analysten würden für das abgelaufene Geschäftsjahr ein EBIT in Höhe von 96,8 Mio. EUR bzw. eine EBIT-Marge von 6,2% erwarten.

Zudem könnten sich die Analysten vorstellen, dass die Gesellschaft einen Teil der durch den Verkauf von DEUTZ Power Systems erhaltenen finanziellen Mittel über einen Zuschlag auf die Dividende aus dem operativen Geschäft an die Gesellschafter ausschütten werde.

Für 2008 plane die Gesellschaft, die Umsätze um mindestens 10% zu erhöhen, die EBIT-Marge solle den internen Planungen nach bei etwa 7% liegen. Die Analysten seien aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen etwas vorsichtiger in ihren Modellen. Während sie sich ein Umsatzwachstum in 2008 gut vorstellen könnten, würden sie bei der EBIT-Marge vor allem aufgrund stetig steigender Rohstoff- und Energiepreise für das laufende Geschäftsjahr lediglich Potenzial bis 6,6% sehen. Auch aufgrund der Aktionärsstruktur bei DEUTZ würden sie ein begrenztes zukünftiges Aufwärtspotenzial bei den Margen sehen.

Mit Volvo und Same seien die größten Aktionäre auch gleichzeitig die besten Kunden. Diese könnten die Geschäftspolitik dahin beeinflussen, dass sie attraktive Preise für ihre Motoren bekommen würden.

Die Aktie des Motorenherstellers habe sich seit Anfang Mai 2007 bis zum jetzigen Zeitpunkt fast halbiert und somit deutlich schlechter performed als der MDAX. Gründe dafür seien nach Erachten der Analysten, dass nach dem Ausscheiden des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Gordon Riske eine Zeit lang nur ein Interminsleiter die Geschäfte geführt habe und die Marge im Kompaktmotorengeschäft (4,3%) im Vergleich zu anderen Motorenherstellern (Tognum: EBIT-Marge ca. 13%) recht niedrig gewesen sei.

Zudem bestehe die Gefahr, dass der Baumaschinensektor aufgrund von negativen konjunkturellen Entwicklungen unter Druck gerate. Die Aktie von DEUTZ sei nach den Modellen der Analysten höher bewertet als die von Tognum. Gründe, die das rechtfertigen würden, würden die Analysten derzeit nicht sehen.

Zudem haben sich die makroökonomischen Aussichten seit der letzten Studie der Analysten vom Bankhaus Lampe verschlechtert, sodass sie den Wert von DEUTZ auf "halten" zurückstufen. Das Kursziel senke man von 8,00 auf 6,50 EUR. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2008" vom 05.02.2008) (06.02.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 06.02.2008

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