München (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Der Börsendienst" raten die Aktie von DF Deutsche Forfait (ISIN DE0005488795/ WKN 548879) limitiert zu kaufen.
Hervorragende Geschäftszahlen für das Jahr 2008 habe gestern die Deutsche Forfait präsentiert. Wie der Name bereits andeute, sei das Kölner Unternehmen im Bereich der Forfaitierung, dem Ankauf von Forderungen, tätig. Die Kernkompetenzen der Deutschen Forfait seien dabei insbesondere Forderungen aus Exporten in den Emerging Markets. Gerade in diesen Märkten nehme die Bedeutung der Forfaitierung immer weiter zu.
Durch lange Zahlungsziele und teilweise auch schlechte Zahlungsmoral müssten Exporteure oft Wochen bis Monate auf die Bezahlung ihrer Waren warten, was wiederum deren Kreditlinien erheblich belaste. Bei einer Forfaitierung würden die Forderungen mit einem Abschlag in Abhängigkeit des Risikos und des Zahlungsziels verkauft. So müsse der Verkäufer auf einen Teil der Forderung verzichten, trage jedoch keinerlei Risiken mehr und verfüge sofort über Cash. Auf der Käuferseite trete die Deutsche Forfait auf.
Jedoch würden die Kölner nur Forderungen aufkaufen, die sie auch umgehend wieder weiter verkaufen könnten. Oftmals würden sich der An- und Verkauf auch zeitgleich vollziehen. Somit könne man das Unternehmen als Intermediär bezeichnen.
Durch die aktuell vorherrschende Finanzkrise hätten die Banken ihre Forfaitierungsaktivitäten deutlich zurückgefahren. Durch den reduzierten Wettbewerb sei es der Deutschen Forfait gelungen, in den zurückliegenden Monaten ihre Margen deutlich zu steigern und damit auf der Ankaufsseite sogar von der Krise zu profitieren. Gleichzeitig jedoch sei es in der gegenwärtigen Situation schwieriger, die Forderungen weiterzuverkaufen, da Aufkäufer risikobewusster geworden seien bzw. ganz ausfallen würden. Nach Aussage des Vorstands rechne man in Köln auch im laufenden Jahr mit dieser Tendenz.
Für das vergangene Jahr habe die Situation zur Folge gehabt, dass das Forfaitierungsvolumen um 8,4% auf 826 Mio. Euro gesunken sei. Trotz des gesunkenen Volumens habe jedoch durch eine Steigerung der Marge der Rohertrag im Unternehmen auf 16,1 Mio. Euro (2007 habe bei 15,1 Mio. Euro gelegen) gesteigert werden können. Auch unter dem Strich habe man ein Plus verzeichnet: Das Nettoergebnis sei um 9% auf 5,8 Mio. Euro bzw. einem Ergebnis pro Aktie in Höhe von 85 Cent gestiegen. Der aktuelle Kurs betrage 4 Euro, und die Marktkapitalisierung liege bei 27,2 Mio. Euro.
Die liquiden Mittel dürften zum Bilanzstichtag bei rund 25 Mio. Euro, und der Buchwert bei rund 28 Mio. Euro gelegen haben. Unterstelle man die gleiche Ausschüttungsquote wie im letzten Jahr von 50%, dürfte nun eine Dividende in Höhe von rund 42 Cent gezahlt werden. Dies entspreche einer Rendite auf dem aktuellen Niveau von über 10%.
Einen Ausblick für das laufende Jahr hätten die Kölner nicht gegeben, ein solcher dürfte auch kurzfristig nicht zu erwarten sein. Die Experten würden damit rechnen, dass das Unternehmen in jedem Fall auch in 2009 profitabel arbeiten werde. In Anbetracht des hohen Buchwertes und der soliden liquiden Mittel würden sie von einer deutlichen Unterbewertung der Aktien ausgehen und ihr erstes Kursziel bei 8 Euro setzen. Den Stoppkurs würden sie bei 2,90 Euro setzen.
Man soll die DF Deutsche Forfait-Aktie unbedingt limitiert kaufen, da die Umsätze in den Aktien aktuell relativ gering sind, so die Experten von "Der Börsendienst". (Ausgabe 5 vom 11.03.2009) (11.03.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 11.03.2009