Wien (aktiencheck.de AG) - Richard Malzer, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie von Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) mit "halten" ein.
Im ersten Quartal sei der Umsatz im Jahresvergleich um 22% auf EUR 18,7 Mrd. gefallen. Der Nettoverlust habe EUR 1,29 Mrd. (nach einem Nettogewinn von EUR 1,33 Mrd. im Vorjahresquartal) betragen und sei deutlich höher als erwartet gewesen. Zum Ende des ersten Quartals stünden rund 200.000 Autos auf Halde.
Die Verhandlungen über eine enge Zusammenarbeit zwischen BMW und Daimler hätten nun doch nur kleine Kooperationsfelder (gemeinsamer Einkauf von nicht markenrelevanten Teilen) ergeben. Mercedes-Benz habe bzgl. durchschnittlichen CO2-Flottenausstoß noch viel zu tun (2008: 189g/Km ggü. Audi 176g/Km und BMW 160g/Km).
Die Nettoliquidität habe auf EUR 3,7 Mrd. per Ende März erhöht werden könne, liege aber deutlich unter der von BMW (EUR 9,3 Mrd.). Die restlichen 19,9% an Chrysler seien nun endgültig an Cerberus abgegeben worden. Die Beteiligung von Abu Dhabi (9,1%) habe EUR 1,95 Mrd. in die Kassen gespült und bringe den zweiten langfristig orientierten Kernaktionär ins Boot (Kuwait 6,9%).
Im Jahr 2009 sollten EUR 4 Mrd. eingespart werden (u.a. Personalkosten, Rohstoffe, Verwaltung). Die Kooperationen mit Evonik (Batterieentwicklung) und Tesla (Elektroautos) sollten Daimler langfristig Vorteile bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen bringen.
Im Vergleich zum BMW-Management versuche die Daimler-Mannschaft eher reagierend als agierend die Branchenkrise zu meistern. Produktionskürzungen und auch Personalanpassungen hätten lange auf sich warten lassen, daher nun auch der enorme Lagerbestand der mit hohen Rabatten abgebaut werden müsse. Punkto CO2-Flottenausstoß habe man noch einige Aufgaben zu lösen. Zwar habe man mit den zuletzt bekannt gegebenen Kooperationspartnern die Weichen für eine elektrische Zukunft richtig gestellt, doch dauere es noch einige Jahre bis sich diese materialisieren würden.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank stufen Aktie von Daimler mit "halten" ein. (Analyse vom 25.06.2009) (25.06.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 25.06.2009