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Daimler kaufen (Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA)
Daimler habe am 24. Juli Zahlen zum zweiten Quartal gemeldet, die besser als erwartet ausgefallen seien. Das Unternehmen habe den Umsatz um 3,4% auf 48,84 Mrd. Euro gesteigert. Das EBIT sei um 3,8% auf 2,05 Mrd. Euro gefallen (erw. 1,99 Mrd. Euro).
Aufgrund der sich nun auch in Westeuropa abschwächenden Automobilkonjunktur habe Daimler allerdings den Ausblick für den Automobilabsatz im Jahr 2008 heruntergenommen und die Ergebnisprognose für die Pkw-Sparte reduziert. Im Konzern werde, bereinigt um die Effekte im Zusammenhang mit Chrysler, nun ein EBIT aus dem laufenden Geschäft von mehr als 7 Mrd. Euro erwartet. Vorher sei Daimler von einem EBIT deutlich über dem Niveau des Vorjahres (7,7 Mrd. Euro) ausgegangen.
In der Pkw-Sparte werde mit einer Umsatzrendite in der Größenordnung von 8% gerechnet. Daimler habe hierbei die veränderten Marktaussichten (konservative Absatzprognose von mindestens -4% für Westeuropa im laufenden Jahr), steigende Rohstoffpreise und anhaltend negative Wechselkurse mit einbezogen und sei mit der neuen Prognose nach Ansicht der Analysten hinreichend vorsichtig, auch wenn sich die Automobilmärkte weiter abschwächen sollten. Die Analysten von Hauck & Aufhäuser halten dies für eine letztlich vertrauensbildende Maßnahme, da der Markt den Prognosen vieler Auto-Konzerne ohnehin nicht mehr getraut habe. In Zukunft dürfte dies die Aktie von Daimler im Vergleich zu anderen Autoherstellern stützen, da eine weitere Gewinnwarnung unwahrscheinlich sei.
Ihre Prognose hätten die Analysten angepasst. Auf der Umsatzseite sei ihre Prognose vorsichtiger, da Daimler auch für den Juli von schwachen Absatzmärkten in Spanien, Italien und Großbritannien berichtet habe. Sie würden deshalb nun von einem leicht sinkenden Konzernumsatz im laufenden Jahr ausgehen. Für die Pkw-Sparte hätten sie die Margenprognose deutlich von 8,7% auf 8% gekürzt und für die Sparte Van, Bus & Other hätten sie die Prognose aufgrund hoher Verluste bei Chrysler (864 Mio. Euro allein im ersten Halbjahr, allerdings nicht cash-wirksam) gekürzt. Die Prognose für das bereinigte EPS im Jahr 2008 sinke von 5,79 auf 5,17 Euro.
Für das Jahr 2009 würden sie aufgrund der schwachen Absatzmärkte und des global eingetrübten Verbrauchervertrauens nicht von einer Besserung der Lage ausgehen. Die Analysten würden mit einem leicht rückläufigen Umsatz rechnen und - trotz Einführung der margenstärkeren neuen E-Klasse - nicht von einer Verbesserung der Margen ausgehen. Mit Ausnahme der Van,-Bus-&-Other-Sparte würden sie in allen Sparten von rückläufigen Margen ausgehen. Die EPS-Prognose für das kommende Jahr würden sie daher deutlich von bisher 6,51 auf 5,27 Euro senken.
Die Daimler-Aktie habe infolge der Gewinnwarnung nochmals weiter nachgegeben. Gemessen an der neuen Prognose der Analysten für das bereinigte EPS im Jahr 2009 (5,27 Euro) werde die Aktie mit einem KGV von 7,0 gehandelt. Zu berücksichtigen seien aber die Nettoliquidität in der Automobilsparte (8,8 Mrd. Euro) und die Unterdeckung von Pensions- (-3,0 Mrd. Euro) und Gesundheitskasse (-0,7 Mrd. Euro). Die Nettokasse abzüglich der Unterdeckung der Pensions- und Gesundheitskasse mache 13% der Marktkapitalisierung aus. Bereinigt hierum liege das KGV von Daimler bei 6,1. Das analog cash-bereinigte KGV der Jahre 2004 bis 2007 habe bei durchschnittlich 11,85 und damit deutlich über dem aktuellen Niveau gelegen. Gegenüber der jüngsten Historie preise der Markt implizit also weiterhin einen Rückgang des Ergebnisses von 49% ein. Dies erscheine den Analysten zu harsch.
Die Analysten von Hauck & Aufhäuser halten das aktuelle Bewertungsniveau deshalb für sehr günstig und raten langfristig orientierten Anlegern dazu, das günstige Niveau zum Kauf der Daimler-Aktie zu nutzen, auch wenn die Berichterstattung der nächsten Quartale kaum positive Impulse liefern dürfte. Sie würden die Daimler-Aktie auf der H&A-Research-Aktien-Select-Liste mit einem Kursziel von 59,20 Euro (vorher 71,65 Euro) belassen. (Analyse vom 05.08.2008) (05.08.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 05.08.2008
| 20.11.2008 | Daimler kaufen | Hamburger Sparkasse AG (Haspa) | |
| 05.11.2008 | Daimler underweight | Morgan Stanley | |
| 03.11.2008 | Daimler halten | Euro am Sonntag | |
| 30.10.2008 | Daimler buy | Merrill Lynch & Co., Inc. | |
| 30.10.2008 | Daimler langfristiger Kauf | Aktienservice Research |
Aktien in diesem Artikel
| Daimler | 20,1 | -3,1% |
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