Wien (aktiencheck.de AG) - Jörn Lange und Helge Rechberger, Analysten der Raiffeisen Centrobank, bewerten die Aktie der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) weiterhin mit dem Rating "halten".
Die Bereiche Global Transaction Banking, Private & Business Clients sowie Private Wealth Management würden stabile Ertragsquellen bleiben. Der Einstieg bei der Deutschen Postbank (wenn auch nicht günstig) erhöhe die Bedeutung der stabilen Ertragsquellen weiter. Die Kapitalquote (aktuell Tier 1 bei 10,3%) erscheine solide, sei angesichts der anhaltenden Turbulenzen aber noch nicht komfortabel. Daher sei eine Dividendenkürzung nicht ausgeschlossen. Der Bereich Corporate Banking & Securities leide weiterhin unter einer schwachen Ertragsentwicklung und hohen Abschreibungen, allerdings gewinne die Bank hier Marktanteile von Wettbewerbern.
Der Vertrag von CEO Josef Ackermann laufe noch bis Mai 2010 und er habe eine Verlängerung bisher ausgeschlossen. Die langsam an Fahrt gewinnende Nachfolgedebatte lenke möglicherweise von operativen Herausforderungen ab. Prozessrisiken, d.h. Klagen von Kunden, die mit Deutsche Bank-Produkten Geld verloren hätten, würden zunehmen.
Als eine der führenden Investmentbanken könne sich die Deutsche Bank den Turbulenzen der Finanzkrise nicht entziehen, so dass auch in den kommenden Monaten - je nach Marktentwicklung - weitere Abschreibungen und Belastungen wahrscheinlich seien. Die Bank zeige sich jedoch bisher relativ gut positioniert und gewinne Marktanteile von den stärker getroffenen Wettbewerbern hinzu. Andererseits habe der deutsche Branchenprimus stabile Ertragsquellen, die in diesem Umfeld organisch und durch Zukäufe weiter an Bedeutung gewinnen würden.
Trotz aller kurzfristigen Risiken bestätigen die Analysten der Raiffeisen Centrobank daher ihre Einschätzung für die Deutsche Bank-Aktie mit "halten". (Analyse vom 30.12.2008) (30.12.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 30.12.2008