Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Jörn Lange und Aaron Alber, Analysten der Raiffeisen Centrobank, raten die Aktie der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) weiterhin zu kaufen.
Die Ertragserwartungen seien in Q3 leicht übertroffen worden. Die stabilen Segmente (PCAM, GTB) hätten positiv, das Investment Banking (CB&S) negativ überrascht.
Der deutliche Anstieg bei Kosten/Risikovorsorge gegenüber dem Vorjahr sei im Wesentlichen auf die Konsolidierung der diversen Akquisitionen zurückzuführen. Beim Ergebnis vor Steuern habe das Investment Banking (-94%) unter den schwierigen Marktbedingungen und einer außerordentlichen Steuerbelastung gelitten. Die stabilen Segmente hätten trotz Griechenland-Abschreibungen das Ergebnis deutlich steigern können.
Durch Gewinnthesaurierung und Abbau der risikogewichteten Aktiva (RWA: -2%) sei die Core-Tier-1-Quote seit Jahresbeginn um 144 BP auf 10,1% gestiegen.
Mit den letzten Quartalszahlen zeige sich die Bank operativ weiterhin auf einem soliden Weg, aber die Kapitaldebatte und die Euroland-Krise würden derzeit in der Wahrnehmung des Finanzsektors und damit auch der Deutsche Bank-Aktie dominieren. Bezüglich der aktuellen, verschärften Kapitalanforderungen der großen Banken in Europa sehe sich die Bank in der Lage, alleine durch aktives Bilanzmanagement das Ziel von 9% bis Mitte 2012 zu erreichen. Solange jedoch die Euroland-Krise nicht beigelegt sei, bleibe die Aktie nach Erachten der Analysten - trotz des deutlich reduzierten Peripherie-Staatsanleiheportfolios - noch unter Druck. Danach erwarte man aber eine deutliche Erholung. Ein Timing des Wendepunkts und somit auch eine seriöse Kursprognose für zwölf Monate sei angesichts der politischen Unwägbarkeiten jedoch unmöglich.
Insgesamt ist die aktuelle Bewertung der Aktie angesichts der Sorgen im Markt für die Analysten der Raiffeisen Centrobank zwar nachvollziehbar, allerdings sehen sie diese Kursniveaus unverändert als Einstiegschance für einen längerfristigen Anlagehorizont und bestätigen daher ihre Einschätzung für die Aktie der Deutschen Bank mit "kaufen". (Analyse vom 01.12.2011) (02.12.2011/ac/a/d)
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