Hannover (www.aktiencheck.de) - Constantin Rohrbach, Analyst der Nord LB, stuft die Aktie der Deutschen Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) von "halten" auf "verkaufen" herab.
Das nachlassende Marktumfeld sowie einmalige Belastungen hätten im ersten Quartal 2012 für ein deutlich schwächeres Ergebnis gesorgt. Wenngleich erstmalig die EUREX Zürich AG zur Gruppe der Deutschen Börse AG vollkonsolidiert worden sei, seien die Umsätze von 552,4 Mio. EUR um 1% unter dem Vorjahreswert geblieben. Bedingt durch den Sondereffekt des untersagten Zusammenschlusses mit der NYSE Euronext (ISIN US6294911010/ WKN A0MLCE) hätten sich die operativen Kosten um 17,4% auf 248,6 Mio. EUR erhöht. Zudem sei das Finanzergebnis mit -47,2 Mio. EUR deutlich schlechter ausgefallen. Das Konzernergebnis habe ein Drittel abgegeben und liege bei 146,2 Mio. EUR, womit das Ergebnis je Aktie auf 0,77 EUR gesunken sei.
Perspektivisch erwarte das Management für 2012 mit einem Anstieg der Umsatzerlöse um ca. 8%, was einer Bandbreite von ca. 2,15 bis 2,3 Mrd. EUR entsprechen sollte. Bei den volumenabhängigen Kosten werde mit einer Zunahme gerechnet. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT solle eine Range von 1,2 bis 1,35 Mrd. EUR erreichen.
Nach Einschätzung der Analysten habe die Deutsche Börse AG im ersten Quartal 2012 enttäuschende Ergebnisse erzielt. Die angeführten Sondereffekte würden nach Meinung der Analysten allein keine ausreichende Begründung für das um fast ein Drittel schlechtere Ergebnis darstellen. Da auch die NYSE Euronext ihren Ergebniseinbruch im ersten Quartal auf die geplatzte Fusion schiebe, stelle sich den Analysten mit Blick auf die schwachen Ergebnisse beider Kontrahenten die Frage, wie damit ein erfolgreiches Ergebnis im Falle des Zusammengehens hätte zustande kommen können.
Die Analysten der Nord LB rechnen zwar mit einem knappen Erreichen der Jahresprognose, empfehlen jedoch aufgrund der schwachen langfristigen Perspektive, die Aktie der Deutschen Börse AG zu verkaufen. Das Kursziel sei von 52 EUR auf 42 EUR revidiert worden. (Analyse vom 03.05.2012) (03.05.2012/ac/a/d)