Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Oana Floares, Analystin der SEB, bewertet die Aktie der Deutschen Lufthansa (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) mit "strong buy".
Die Q1 2008-Zahlen (25.04.2008) würden positiv überraschen. Auf der Umsatzseite (5.587 Mio. Euro, +19% gg. VJ, konsolidierungsbereinigt: +4%) habe v. a. die Passagierbeförderung (+29% auf 3.928 Mio. Euro) von der Swiss-Übernahme profitieren können. Dabei sei die Zahl der Fluggäste in allen Regionen prozentual zweistellig gestiegen, Menge (+5,6%) und Preis (+3,7%) hätten Währungsverluste (4,5%) mehr als wettgemacht. Das operative Ergebnis sei auf 241 Mio. Euro nach 56 Mio. Euro im VJ gestiegen, bedingt durch die unterproportional gestiegenen Kosten.
Die erhöhten Treibstoffaufwendungen (+17,0% organisch, 19,2% der Erlöse) seien zum Teil durch den schwächeren USD (-12,9%) kompensiert worden. Auch sei der Treibstoffzuschlag pro Flug um 3 Euro auf 17 Euro bzw. 77 Euro bei Langstrecken erhöht worden. Aufgrund einer Wertberichtigung von 57 Mio. Euro auf die JetBlue-Aktie habe das Nettoergebnis die Dynamik nicht fortsetzen können und nur noch 57 Mio. Euro betragen (VJ: 94 Mio. Euro aus fortgeführter Geschäftstätigkeit). Das Management habe angegeben, sowohl Erlöse als auch Ertrag weiter steigern zu wollen. Die Passagierbeförderung sollte zunächst weiter dynamisch, Logistik und IT-Services moderater, Technik und Catering eher verhalten wachsen.
Die zyklischen Sparten Passagierbeförderung und Logistik würden durch die auf der Nachfrageseite etwas stabileren Bereiche Technik und Catering (Non-Aviation Business) aufgefangen. Die Ausweitung des Streckennetzes auf nachfragestarke Märkte wie Indien, China und Osteuropa sollte die Entwicklung der Passagier-Sparte weiter forcieren. Auch die Cargo-Division habe zuletzt ihre Aktivitäten nach Asien deutlich ausgeweitet. Die Mehrbelastungen durch den Ölpreis werde Deutsche Lufthansa wohl weiterhin durch Treibstoffzuschläge und Absicherungsgeschäfte größtenteils ausgleichen. Darüber hinaus sollten die in den letzten Jahren ins Leben gerufenen Kosteneinsparungsprogramme zu weiteren operativen Verbesserungen führen.
Die Akquisitionsfantasie (Cash-Bestand von 3,68 Mrd. Euro) sollte der "Kranich"-Aktie Rückenwind verleihen. Als positiv sehe man auch das attraktive Bewertungsniveau (EV/Umsatz 2009e: 0,27x, KGV: 7,8) und die Dividendenrendite von 4%. Das Eigenkapital je Aktie liege derzeit bei knapp 15 Euro.
Bei den Destinationen in Europa werde der Preiskampf jedoch nicht zuletzt wegen der aggressiven Preisgestaltung der Low Cost-Carrier sowie weiterhin bestehender Überkapazitäten wohl anhalten. Die sich abkühlende globale Wirtschaft wirke sich zeitnah auf die Nachfrage nach Geschäftsreisen aus. Als negativ sehe man auch das stark fixkostenintensive Geschäftsmodell. Die positiven Aussichten sehe man in dem derzeitigen Aktienkurs noch nicht vollständig eingepreist.
Die Analysten der SEB stufen die Aktie der Deutschen Lufthansa mit "strong buy" ein und belassen das Kursziel unverändert bei 22,00 Euro. (Analyse vom 28.04.2008) (28.04.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 28.04.2008