Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Henning Wagener von AC Research empfiehlt weiterhin, die Aktien der Deutschen Post (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) zu akkumulieren.
Die Gesellschaft habe einen Auftrag erhalten.
So sei mit der britischen Lebensmittelkette Iceland ein neuer Fünf-Jahres-Vertrag im Wert von 500 Millionen GBP geschlossen worden. Die Tochter DHL Supply Chain werde für die Lagerung und Distribution der Waren von Iceland in Großbritannien zuständig sein. Nach Ansicht der Analysten von AC Research sei die Meldung positiv zu werten, da der Konzern auf diese Weise seine Marktpositionierung in Großbritannien festigen könne.
Ein gewisses Risikopotenzial sehe man für die Deutsche Post allerdings im Zusammenhang mit der Arcandor-Insolvenz. Die Deutsche Post habe laufende Verträge für das Paketgeschäft der Arcandor-Tochter Quelle und für die Distributionslogistik der Warenhäuser. Im Zuge der Insolvenz erscheine es nun möglich, dass die Aufträge neu ausgeschrieben oder zumindest nachverhandelt würden. Hierdurch könnten der Deutschen Post Umsatz- und Gewinneinbußen drohen. Auf der anderen Seite sehe man den Konzern allerdings auch im Falle einer Neuausschreibung vor dem Hintergrund seiner starken Marktpositionierung in einer guten Ausgangslage, die Aufträge erneut gewinnen zu können.
Auf operativer Ebene rechne man im Zuge der anhaltenden Rezession auch in den kommenden Monaten mit einem schwierigen Umfeld. Im Zuge weiterer Einsparmaßnahmen wolle der Konzern die nächtliche Briefbeförderung per Flugzeug im Inland zum 1. Juli stoppen. Der Transport solle dann über die Straße erfolgen. Zudem werde das Unternehmen diesen Sommer vor dem Hintergrund der Rückgänge im Briefversand sonntags 16 der bundesweit 82 Briefzentren schließen. In Anbetracht des schwachen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes seien die Einsparmaßnahmen nach Ansicht der Analysten zu begrüßen.
Der Ausbau des Post-Geschäftes durch den Konkurrenten TNT in Deutschland durch den Anteilskauf an Postgesellschaften der Holtzbrinck-Gruppe werde sich zwar kurzfristig voraussichtlich nicht negativ auf das Briefgeschäft der Deutschen Post auswirken. Längerfristig sei aber auch hier mit einem erhöhten Wettbewerbsdruck zu rechnen.
Beim gestrigen Schlusskurs von 9,02 Euro erscheine das Unternehmen mit einem KGV 2010e von rund 9 weiterhin relativ moderat bewertet. Wegen der guten Liquiditätsposition und der starken Marktpositionierung sehe man den Konzern in einer guten Ausgangslage, um von einer zukünftigen wirtschaftlichen Erholung überproportional profitieren zu können.
Die Analysten von AC Research empfehlen weiterhin, die Aktien der Deutschen Post zu akkumulieren. (Analyse vom 19.06.2009)
(19.06.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 19.06.2009