Hannover (aktiencheck.de AG) - Volker Sack, Analyst der Nord LB, stuft die Aktie der Deutschen Post (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) von "kaufen" auf "halten" zurück.
Die Deutsche Post müsse dem deutschen Staat Beihilfen in einer Größenordnung von 500 Mio. bis 1 Mrd. Euro zurückzahlen. Dies habe die EU-Mission am 25.01.2012 beschlossen. Der Grund für diese Entscheidung sei ein im Jahr 2007 gegen die Bundesrepublik Deutschland eröffnetes Verfahren, bei dem es um staatliche Mittelzuflüsse wie die Finanzierung von Pensionsleistungen für Beamte der Deutsche Post gehe.
Für den Konzern sei der Beschluss "nicht nachvollziehbar und entbehrt jeglicher Grundlage". Diese Entscheidung stehe nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Frank Appel "im klaren Widerspruch zu einer früheren EU-Entscheidung und dem Ergebnis ähnlicher Verfahren". Vor diesem Hintergrund habe der Konzern Klage gegen die Beihilfeentscheidung angekündigt. Zudem habe man sich mit der Bundesregierung in Bezug auf diesen Fall bereits abgesprochen. Das Unternehmen gehe unter Berücksichtigung der bisher vorliegenden Informationen von einem Rückzahlungsbetrag am unteren Ende der Spanne von 500 Mio. und 1 Mrd. Euro aus, welcher im laufenden Jahr zu zahlen sei.
Auch wenn diese Meldung zunächst nicht positiv zu werten sei, räume sich die Deutsche Post hohe Erfolgschancen bei der Klage ein. Zudem werde mit keinen negativen Einflüssen auf das vergangene Geschäftsjahr und die Folgejahre gerechnet.
Die Analysten der Nord LB sind der Meinung, dass das weitere Kurspotenzial der Aktie der Deutschen Post sich vor dem Hintergrund der positiven Kursentwicklung der vergangenen Wochen und der weiterhin bestehenden hohen konjunkturellen Unsicherheiten etwas reduzieren wird, weswegen sie den Titel bei einem unveränderten Kursziel von 13,50 Euro von "kaufen" auf "halten" herabstufen. (Analyse vom 26.01.2012) (26.01.2012/ac/a/d)