Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Stipo Bralo, bewertet die Aktie der Deutschen Post (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) mit dem Rating "hold".
Die Folgen der globalen Wirtschaftskrise hätten beim Logistikkonzern den Gewinn und Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr gedrückt. Durch die im vergangenen Jahr stark zurückgegangenen Transportmengen habe sich der Umsatz um 15,2% auf 46,2 Mrd. EUR verringert. Das operative Ergebnis sei 2009 um 26,8% auf 1,47 Mrd. EUR geschrumpft. Belastet worden sei das Ergebnis hauptsächlich durch das schwache Geschäft der Sparten Brief und Global Forwarding. Dank der Verbesserung des operativen Geschäfts und des Verkaufs der Postbank habe der Konzerngewinn auf plus 644 Mio. EUR gesteigert werden können, nach einem Minus von 1,7 Mrd. EUR im Vorjahr. Für das laufende Jahr gehe die Deutsche Post davon aus, den Gewinn zu übertreffen.
Für 2010 rechne die Deutsche Post mit einer Erholung der Transportmengen. Vor diesem Hintergrund erwarte die Konzernleitung ein EBIT zwischen 1,6 und 1,9 Mrd. EUR. Des Weiteren sollten die Einmaleffekte deutlich zurückgehen, sodass das EBIT erheblich über dem des Vorjahres liegen dürfte. Der negative Umsatztrend habe im vierten Quartal gestoppt werden können. Der Logistikkonzern habe im vierten Quartal den Umsatz zum zweiten Mal in Folge steigern können. Mit dem strikten Sparkurs hätten in 2009 1,1 Mrd. EUR eingespart werden können. Die Investitionen sollten weiter aufgestockt werden. Vor allem im Online-Brief, da dieser den Umsatzrückgang im traditionellen Briefgeschäft auffangen solle. Für 2009 schlage die Deutsche Post eine Dividende von 0,60 EUR vor. Künftig wolle der Konzern 40 bis 60% des Konzerngewinns ausschütten.
Die Deutsche Post habe weiterhin mit steigender Konkurrenz zu kämpfen. Hermes wolle die Deutsche Post bis spätestens 2012 im Paketbereich als Marktführer ablösen.
Die Deutsche Post-Aktie konnte die starke Unterstützung bei 11,80 EUR erfolgreich verteidigen und erholt sich seitdem, so Andreas Klähn, technischer Analyst der SEB. Strenggenommen sei der Aufwärtstrend jedoch nicht mehr intakt. Zudem bestehe noch die Gefahr, dass sich im Bereich von 13 EUR die zweite Schulter einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation ausbilde.
Dennoch habe sich die markttechnische Situation verbessert. Die mittelfristigen Overbought/Oversold-Indikatoren würden eine Aufwärtsbewegungsdynamik, und die längerfristigen Trendindikatoren einen geringfügigen, aber stabilen Überhang an Aufwärtspotenzial und -dynamik signalisieren. Wenn also der Abprall im Bereich von 13 EUR ausbleibe, seien Notierungen um 14 EUR wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund sollten Bestände gehalten, aber unbedingt mit einem Alarm in Höhe von 11,80 EUR versehen werden. Sollte diese Marke nämlich signifikant durchbrochen werden, wäre dies ein klares Verkaufssignal.
Das Ergebnis sowie der Ausblick seien weitestgehend im Rahmen der Erwartungen geblieben. Die Analysten würden ihr Kursziel von 14 EUR bestätigen.
Die Analysten der SEB stufen die Aktie der Deutschen Post mit "hold" ein. (Analyse vom 11.03.2010) (11.03.2010/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.