20.12.2007 09:37
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Deutsche Post kaufen (Aktienservice Research)

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Aktienservice Research" raten die Deutsche Post-Aktie (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) zu kaufen.

Noch vor Monaten als ein fast aussichtsloses deutsches Investment dargestellt, habe sich die Situation der Deutschen Post in den vergangenen Tagen gewandelt. Mit dem Bundestagsbeschluss zur Regelung für den Mindestlohn in der Postbranche stehe der große Logistikkonzern wieder im Mittelpunkt und könnte als der größte Nutznießer aus der Situation hervorgehen. Anlegern könnte der Einstieg bei der Deutschen Post zudem durch ein günstiges KGV und eine attraktive Dividendenrendite versüßt werden.

Es sei letzte Woche eine der wichtigsten Nachrichten für die Postbranche gewesen: Der Bundestag habe am Freitag den umstrittenen Plan zum Post-Mindestlohn beschlossen. In Berlin hätten die Bundestagsabgeordneten in namentlicher Abstimmung eine entsprechende Änderung des Entsendegesetzes gebilligt. So solle, wenn der Bundesrat die Pläne billige, ab dem 1. Januar 2008 ein Mindestlohn zwischen 8,00 Euro und 9,80 Euro für Briefzusteller eingeführt werden.

Das Kuriose: Während es bundesweit Kritik hagle, es würden dadurch massiv Arbeitsplätze gefährdet, könnte das Gesetz dem Branchenprimus Deutsche Post sehr zugute kommen. Denn der Beschluss dürfte die Konkurrenz, die sich schon seit Jahren auf den Wegfall des Briefmonopols freue und vorbereite, schwächen. Die jüngsten Nachrichten hätten es schon aufgezeigt. So wolle die PIN Group mehr als 1.000 Mitarbeiter entlassen und die Mitbewerber TNT Post und Hermes Logistik hätten ebenfalls mitgeteilt, die geplante Ausweitung ihres Privatkundengeschäfts in Deutschland erst einmal nicht durchzuführen.

Es scheine also durchaus gut für die Deutsche Post zu laufen. Denn diese verfüge über das nötige Know-how und die langjährige Erfahrung in der Branche, um mit der neuen Situation am schnellsten fertig zu werden. Der Konzern sei weltweit führend im Bereich Logistik. Der Mindestlohn könnte das von Analysten für die Deutsche Post bisher schlechte Zukunftsszenario gänzlich über den Haufen werfen. Denn eins sei klar: Mit dem Mindestlohn für alle überlebe nur der in der Branche, der am breitesten aufgestellt sei. Und das sei nun einmal die Deutsche Post mit ihren Briefzustellern, die wohl auch künftig die flächendeckende Distribution in Deutschland für sich in Anspruch nehmen werde.

Die Aussicht auf neue Vertriebswege wäre für den Bonner Konzern nun ebenfalls kein Problem mehr, für Mitbewerber aber schon. Die Deutsche Post erwarte daher auch im laufenden Jahr in der Sparte Brief nach wie vor einen stabilen bis leicht steigenden Umsatz und gehe davon aus, dass die erwarteten Umsatzrückgänge im nationalen Briefgeschäft durch die übrigen Geschäftsfelder mehr als ausgeglichen würden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sollte bei zwei Milliarden Euro stabil bleiben.

Für den Privatanleger dürfte sich die Deutsche Post-Geschichte aber nicht nur wegen der Mindestlohn-Sache rentieren. Die Aktie sei derzeit sehr günstig zu haben. Und fundamental habe die Deutsche Post einiges zu bieten. Mit ihren Marken Deutsche Post, DHL und Deutsche Postbank biete die Deutsche Post-Gruppe integrierte Dienstleistungen und maßgeschneiderte, kundenbezogene Lösungen.

Die Deutsche Post World Net, wie sich der Konzern offiziell nenne, beschäftige rund 500.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern und sei damit einer der größten Arbeitgeber weltweit. Zudem hätten die jüngsten Ergebnisse sehr solide ausgesehen. Die Deutsche Post habe in den ersten neun Monaten 2007 einen Umsatzanstieg von 5,3% auf 46,5 Mrd. Euro verbucht. Das EBIT habe zwar mit 2,5 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahreswert gelegen, in dem aber Einmalerträge von insgesamt 375 Mio. Euro enthalten gewesen seien. Ohne Berücksichtigung dieser Einmalerträge hätte es ein Plus von rund 10% gegeben. Die stärksten Ergebniszuwächse hätten die Sparten Logistik und Express erzielt.

In Europa hätten sowohl Umsatz als auch Sendungsmengen zugelegt, wobei vor allem im dritten Quartal erfreuliche Verbesserungen im Geschäftsverlauf hätten verzeichnet werden können. Darüber hinaus habe der Bereich Financial Services mit der Deutschen Postbank ein starkes Quartal gehabt und trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten einen deutlichen Gewinnzuwachs verbucht.

Die Deutsche Post sei auch für das Gesamtjahr 2007 sehr zuversichtlich und erwarte ein EBIT ohne Einmaleffekte von rund 3,7 Mrd. Euro, was einer leichten Anhebung der vorherigen Prognose von mindestens 3,6 Mrd. Euro entspreche. Daher plane der Vorstand eine Anhebung der Dividende von 0,75 Euro auf 0,90 Euro. Für das Jahr 2008 erwarte die Deutsche Post zudem ein EBIT-Wachstum von 14% auf rund 4,2 Mrd. Euro.

Um in Zukunft dem Kunden noch besser gerecht zu werden und sich am Markt als Branchengrößter zu positionieren, sei das Unternehmen jüngst mit dem Post 24/7-Modell an den Start gegangen. Dadurch wolle man den 24-Stunden-Service für Privatkunden ausbauen.

Post 24/7 sei eine Serviceinsel mit einem Selbstbedienungsangebot für Kunden, bestehend aus Geldautomat, Kontoauszugsdrucker, Packstation, Briefmarkenautomat und Briefkasten. Insgesamt 30 Serviceinseln würden derzeit in Berlin, jeweils 15 weitere in Bonn und in Dortmund installiert. Je nach Konfiguration gebe es die Post 24/7 in drei Formaten - von einer Basislösung mit Paketbox, Briefmarkenautomat und Briefkasten bis hin zur Premium-Ausstattung mit allen existierenden Selbstbedienungsautomaten. Sollte das Angebot während der Probezeit bei den Kunden auf positive Resonanz stoßen, dann würden auch in weiteren Städten Post 24/7-Serviceinseln aufgestellt.

Die Zukunft sei also bei der Deutschen Post angekommen. Als Anleger könne man hierbei profitieren. Die Deutsche Post-Aktie habe nicht nur ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis, sondern sei mit einem 2008er KGV von nicht einmal zehn günstig bewertet. Bei den aktuellen Kursen erscheine das Papier hinsichtlich der fundamentalen Lage und des Potenzials des Logistikkonzerns mit seiner starken Logistik- und Express-Sparte mit viel Potenzial versehen zu sein. Auf den Anleger warte außerdem eine nicht zu verachtende Dividendenrendite von mehr als 4%.

Entsprechend können Investoren nach Ansicht der Experten von "Aktienservice Research" langfristige Käufe der Deutsche Post-Aktie in Erwägung ziehen. (Aktien Ausgabe 446 vom 19.12.2007) (20.12.2007/ac/a/d) Analyse-Datum: 20.12.2007

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24.07.2008Deutsche Post kaufenNational-Bank AGplus
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24.07.2008Deutsche Post holdCommerzbank Corp. & Marketsneutal
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