Essen (aktiencheck.de AG) - Steffen Manske, Analyst der National-Bank AG, stuft die Aktie der Deutschen Post (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die EU-Kommission erachte die frühere Finanzierung der Beamtenpensionen als teilweise rechtswidrige Beihilfen und fordere die Rückzahlung von 500 Mio. EUR bis 1 Mrd. EUR an die Bundesrepublik Deutschland. Die Deutsche Post sehe dies auch nach Rücksprache mit der Bundesregierung aufgrund eines früheren EU-Entscheides sowie dem Ergebnis ähnlicher Verfahren als ungerechtfertigt an und wolle gegen den Bescheid Klage erheben. Zudem habe der Konzern bekannt gegeben, die Jahresziele 2011 erreicht zu haben.
Die Deutsche Post gehe eher vom unteren Ende der einmaligen Forderungssumme aus, was einem Rückgang der Marktkapitalisierung von 3,3% (gestern: -2,2%) entspreche. Gleichfalls wolle der Konzern den Betrag nur bilanziell erfassen, womit kein negativer Einfluss auf die Ertragslage erkennbar wäre. Da mit einer Zahlung in den nächsten Wochen zu rechnen sei, werde jedoch die Liquidität belastet. Nach Erachten der Analysten sollte der Blick eher auf die operative Entwicklung gerichtet werden, wo sie die Erreichung des EBIT-Ziels von mindestens 2,4 Mrd. EUR (Vorjahr: 2,2 Mrd. EUR) positiv beurteilen würden.
Bereits im dritten Quartal hätten die erfreulichen Faktoren überwogen. So habe die Deutsche Post die seit 2010 geltende Mehrwertsteuer für Geschäftskunden im Briefgeschäft mittlerweile gut verkraften und gutes Wachstum im Paketgeschäft sowie den Logistikbereichen erzielen können.
Die Analysten der National-Bank AG erachten die Bewertung, u. a. mit einer Dividendenrendite von 5,4%, als attraktiv und bestätigen ihr "kaufen"-Votum für die Aktie der Deutschen Post. Das Kursziel erhöhe man von 13,50 EUR auf 15 EUR, was einem KGV 2012 von 12,3 entspreche. (Analyse vom 26.01.2012) (26.01.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.