Wien (aktiencheck.de AG) - Andreas Schiller, Analyst der Raiffeisen Centrobank, rät die Aktie der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) zu halten.
Der Konzernüberschuss für das dritte Quartal 2011 sei im Jahresvergleich um 14,6% auf EUR 1,07 Mrd. gestiegen. Die Markterwartungen hätten hier bei EUR 752 Mio. gelegen.
Der Konzernumsatz sei zwar im Jahresvergleich um 6% auf EUR 14,67 Mrd. gesunken, habe damit aber die Analystenerwartungen getroffen. Beziehe man sich allerdings nur auf das fortzuführende Geschäft (ohne USA), betrage der Umsatzrückgang "nur" noch 4,1%. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ergebe einen Rückgang von 2,3% auf EUR 4,91 Mrd.; erwartet gewesen seien EUR 4,7 Mrd.
Die Telekommunikations-Behörde FCC erwarte, dass der T-Mobile USA-Deal mit AT&T (ISIN US00206R1023/ WKN A0HL9Z) den Wettbewerb verringern und damit höhere Preise für Verbraucher bedeuten könnte. Außerdem bezweifle die Behörde, dass dadurch neue Jobs entstehen würden und Kunden ein besseres Netz bekämen. Damit werde ein Scheitern der Übernahme wahrscheinlicher, weshalb AT&T und Deutsche Telekom den Übernahmeantrag vorerst zurückgezogen hätten. Deutsche Telekom würde in diesem Fall eine Entschädigung (break-up fee) in Höhe von USD 6 Mrd. bekommen. Um das Problem aber vielleicht doch noch zu lösen, könnten die Konzerne versuchen, rund 40% (Kunden, Spektrum etc.) an Mini-Konkurrenten wie Leap Wireless (ISIN US5218633080/ WKN A0DK51) abzugeben oder falls es nicht klappe, ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) zu gründen.
Am Heimatmarkt habe Deutsche Telekom im Jahresvergleich 5,3% der Festnetzkunden verloren.
Deutsche Telekom habe in Q3/2011 die Erwartungen großteils übertreffen können. Dabei habe sich gezeigt, wie sehr Deutsche Telekom auf das Sparen angewiesen sei: Trotz konjunktureller Schwierigkeiten und schrumpfender Umsatzzahlen sei es mittels Kostensenkungen gelungen, den Gewinn zu steigern und die Erwartungen zu übertreffen. Der Widerstand gegen den Verkauf von T-Mobile USA an AT&T sei enorm und aufgrund des Berichts der FCC erscheine ein Zustandekommen immer unwahrscheinlicher, was aber in den Kursen bereits eingepreist sei.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank stufen die Aktie der Deutsche Telekom mit "halten" ein. (Analyse vom 01.12.2011) (02.12.2011/ac/a/d)
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