Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Analystin der SEB, Oana Floares, stuft die Aktie der Deutschen Telekom (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) mit "hold" ein.
Die Q1 2008-Zahlen seien ohne negative Überraschungen. Die Erlöse hätten um 3% gg. VJ auf 14,98 Mrd. Euro abgenommen, bedingt durch weniger inländische Festnetz- und Geschäftskunden sowie durch den schwachen USD. Vor allem im Bereich Festnetz habe man 6% der Anschlüsse an Alternativanbieter verloren. Auch die Erlöse mit Geschäftskunden (-10%) seien angesichts des massiven Preisdrucks kein Lichtblick gewesen. Im Segment Breitband (+19% Kunden) habe die Gesellschaft die Position hingegen stärken können.
Auf EBITDA-Konzernebene schien das Kostenreduzierungsprogramm zu greifen und sogar den starken Wettbewerbsdruck wettzumachen, so die Analysten der SEB. Das operative Ergebnis sei auf 4,96 Mrd. Euro (+9% gg. VJ) gestiegen, begünstigt allerdings auch durch Sondereinflüsse von rund 300 Mio. Euro, u. a. aus dem Verkauf der Sparte Media&Broadcast. Der Gewinn sei auf 924 Mio. Euro von zuvor 459 Mio. Euro geklettert. Die Ziele für das Gesamtjahr 2008 seien bestätigt worden (EBITDA von rund 19,3 Mrd. Euro und Free Cash-Flow von 6,6 Mrd. Euro, Dividendenkontinuität).
Die Sparte Mobilfunk Europa sollte als wichtiger Umsatzträger recht robust bleiben. Die Themen Mobiles Internet und User Generated Content würden die Wachstumsperspektiven dominieren. Der defensive Charakter der Aktie verspreche in einem volatilen Gesamtmarktumfeld grundsätzlich Kursstabilität. Hinzu komme das stabile Niveau der hohen Dividende (Rendite von über 5% p.a.) Die Chance kleinerer Übernahmen außerhalb der USA mit komfortablen Bewertungen würde von der Kursseite eher honoriert werden als ein Kauf von Sprint-Größe.
Den intensiven Wettbewerb und die daher weiterhin rückläufigen Preise in den Bereichen Festnetz und Mobilfunk würden die Analysten negativ werten. Von allen europäischen Telekommunikationsunternehmen sei die Deutsche Telekom am meisten auf den US-Markt über T-Mobile (23% der Konzernerlöse und mit operativem Wachstum) exponiert und entsprechend anfällig für die Nachfrage- und die USD-Schwäche. In der Breitband/Festnetz-Sparte sollte die nach wie vor steigende Zahl der Breitbandanschlüsse das unverändert schrumpfende Festnetzgeschäft nicht kompensieren können. Die mögliche Sprint Nextel-Akquisition sollte aufgrund der schwierigen Integration sowie der nur mittelfristigen Erfolgschancen zunächst auf Skepsis auf Anlegerseite stoßen.
Die Analysten der SEB reduzieren das Kursziel für die Deutsche Telekom-Aktie, auch vor dem Hintergrund des ihres Erachtens ausgereizten Bewertungsniveaus, von zuvor 14,50 auf 12,00 Euro und stufen den Titel mit "hold" ein. (Analyse vom 13.05.2008) (13.05.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 13.05.2008