20.11.2007 14:02
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Drägerwerk verkaufen (Bankhaus Lampe KG)

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Analystin vom Bankhaus Lampe, Leslie Iltgen, stuft die Aktie von Drägerwerk (ISIN DE0005550636/ WKN 555063, VZ) unverändert mit "verkaufen" ein.

Das Ergebnis des Konzerns werde - wie nach der Gewinnwarnung vom 30.10.2007 auch nicht anders erwartet - das Vorjahresniveau (EBIT 2006: 148 Mio. EUR) nicht erreichen. Der Hauptgrund sei das schwache Medical-Geschäft in den USA (Auftragseingang im Medical-Segment: -3,7% und EBIT: -21,9% unter Vorjahr). Die geplanten Wachstums- und Ertragsziele könnten dort nicht erreicht und auch nicht durch das Medical-Geschäft in anderen Regionen bzw. das sich weiterhin positiv entwickelnde Dräger-Safety-Geschäft (Auftragseingänge: +17,2% und EBIT: +14,5% über Vorjahr) kompensiert werden. Zwar sei das Management in den USA bereits ausgetauscht worden, jedoch würden immer noch keine konkreten Pläne für eine Restrukturierung vorliegen.

Das Management habe angegeben, zwischen 2008 und 2010 maßgeblich in die Verbesserung der Wertschöpfung des Gesamtkonzerns investieren zu wollen. Investitionen in die Informationstechnologie des Konzerns (zur möglichen Aufwandshöhe seien jedoch keine Angaben gemacht worden) sowie in die Produktentwicklung (darunter auch ACS Infinity) stünden dabei im Fokus. Um das ACS-Infinity-Projekt erfolgreich vorantreiben zu können, seien höhere Aufwendungen nötig als bislang eingeplant (darunter für die Einstellung zusätzlicher IT-Kräfte). Die Analysten würden frühestens ab 2009 von einem positiven Umsatz- und Gewinnbeitrag ausgehen. Ob der Umsatzanteil am Medical-Geschäft dann bereits bei 10% liegen werde, bleibe jedoch fraglich. Bei erfolgreichem Abschluss des Projekts, wäre das Produkt die erste standardisierte Plattform mit Einzelkomponenten für Patientenüberwachung, Therapiefunktion und Informationsmanagement am Markt.

Auch mit der Veröffentlichung der Neun-Monats-Zahlen würden nach Erachten der Analysten wesentliche Kernfragen zum weiteren Geschäftsverlauf offen bleiben. Für das schwache Medical-Geschäft in den USA gebe es noch keine konkreten Lösungsansätze. Die Analysten würden davon ausgehen, dass strukturelle Änderungen auf der Vertriebsseite vorzunehmen seien. Insgesamt werde die Ergebnisentwicklung aufgrund der höheren Aufwendungen für die Schaffung einer weltweit einheitlichen IT-Plattform bzw. höhere Investitionen für die Entwicklung des ACS-Infinity-Projektes und die Schwäche im US-Geschäft vorläufig noch weiter unter Druck bleiben. Wesentliche Margenverbesserungen seien nach Erachten der Analysten für 2008 erstmal nicht zu erwarten. Sie würden erst ab 2009 wieder mit einem planmäßigen Verlauf des Medizintechnikgeschäfts rechnen.

Im Moment sehen die Analysten vom Bankhaus Lampe wenig Aufwärtspotenzial für den Wert und reduzieren das Kursziel von 52,00 EUR auf 50,00 EUR, die Anlageempfehlung für die Aktie von Drägerwerk hat mit "verkaufen" Bestand. (Analyse vom 19.11.2007) (19.11.2007/ac/a/t)
Analyse-Datum: 19.11.2007

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