12.02.2008 16:14
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Drägerwerk verkaufen (Bankhaus Lampe KG)

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Analystin vom Bankhaus Lampe, Leslie Iltgen, stuft die Aktie von Drägerwerk (ISIN DE0005550636/ WKN 555063, VZ) unverändert mit "verkaufen" ein.

Das Ergebnis des Konzerns werde - wie nach der Gewinnwarnung vom 30.10.2007 angekündigt - das Vorjahresniveau (EBIT 2006: 148 Mio. EUR) nicht erreichen. Der Hauptgrund sei das schwache Medical-Geschäft in den USA. Die geplanten Wachstums- und Ertragsziele könnten dort nicht erzielt und auch nicht durch das Medical-Geschäft in anderen Regionen bzw. das sich weiterhin positiv entwickelnde Dräger-Safety-Geschäft kompensiert werden. Zwar sei das Management in den USA bereits ausgetauscht worden, jedoch würden immer noch keine konkreten Pläne für eine Restrukturierung vorliegen.

Zwischen 2008 und 2010 solle maßgeblich in die Verbesserung der Wertschöpfung des Gesamtkonzerns investiert werden. Dabei stünden auch weiterhin Investitionen in die Informationstechnologie des Konzerns sowie in die Produktentwicklung (darunter auch ACS Infinity) im Fokus. Um das ACS-Infinity-Projekt erfolgreich vorantreiben zu können, seien höhere Aufwendungen nötig als bislang eingeplant (darunter für die Einstellung zusätzlicher IT-Kräfte). Ob der Umsatzanteil am Medical-Geschäft dann bereits bei 10% liegen werde bleibe jedoch fraglich. Bei erfolgreichem Abschluss des Projekts, wäre das Produkt die erste standardisierte Plattform mit Einzelkomponenten für Patientenüberwachung, Therapiefunktion und Informationsmanagement am Markt.

Vor diesem Hintergrund dürften die Umsätze für 2007 nach Schätzungen der Analysten bei rund 1,835 Mrd. EUR, das EBIT bei 140,8 Mio. EUR und das Nettoergebnis bei 44,1 Mio. EUR liegen. Darin noch nicht enthalten seien von den Analysten erwartete mögliche Sonderbelastungen wie für IT, das ACS-Infinity-Projekt, die Restrukturierung des US-Geschäfts die sich im höheren zweistelligen Millionenbereich bewegen könnten. Genaue Angaben zur möglichen Aufwandshöhe seien bislang nicht gemacht worden. Für das laufende Geschäftsjahr würden die Analysten mit Umsätzen in Höhe von 1,9 Mrd. EUR, einem EBIT von 146 Mio. EUR und einem Nettoergebnis von 46,5 Mio. EUR rechnen. In diesen Zahlen seien keine weiteren Sonderbelastungen berücksichtigt.

Wesentliche Kernfragen zum weiteren Geschäftsverlauf würden nach wie vor offen bleiben. Für das schwache Medical-Geschäft in den USA gebe es noch keine konkreten Lösungsansätze. Die Analysten würden davon ausgehen, dass strukturelle Änderungen auf der Vertriebsseite vorzunehmen seien. Insgesamt werde die Ergebnisentwicklung aufgrund der höheren Aufwendungen für die Schaffung einer weltweit einheitlichen IT-Plattform bzw. höhere Investitionen für die Entwicklung des ACS-Infinity-Projektes und die Schwäche im US-Geschäft vorläufig noch weiter unter Druck bleiben. Wesentliche Margenverbesserungen seien nach Erachten der Analysten für 2008 erstmal nicht zu erwarten. Sie würden erst ab 2009 wieder mit einem planmäßigen Verlauf des Medizintechnikgeschäfts rechnen. Vor dem Hintergrund der von ihnen erwarteten möglichen Sonderbelastungen für das abgelaufene Geschäftsjahr, aber auch für 2008, hätten die Analysten ihr Kursziel bis zur Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen under Review (zuvor: 50 EUR) gestellt.

Das Anlageurteil der Analysten vom Bankhaus Lampe für die Drägerwerk-Aktie lautet unverändert "verkaufen". (Analyse vom 12.02.2008) (12.02.2008/ac/a/t)
Analyse-Datum: 12.02.2008

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