Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Sebastian Hein, stuft die EADS-Aktie (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) unverändert mit "halten" ein.
Während das adjustierte EBIT bei 2,15 Mrd. EUR gelegen habe, habe nach Einmaleffekten ein deutliches Minus ausgewiesen werden müssen. Das A400M-Programm sei hiefür der wesentliche Treiber gewesen (nach Währungseffekten -1,82 Mrd. EUR EBIT-Einfluss). Des Weiteren hätten Loss Making Contract Rückstellungen für den A380 (0,24 Mrd. EUR) und Pre Delivery Payment Anpassungen (0,44 Mrd. EUR) deutlich belastend gewirkt. Das EBIT sei in 2009 durch Währungseffekte im Vergleich zu 2008 mit 2,5 Mrd. EUR belastet worden. Airbus habe im Gesamtjahr 498 Flugzeuge ausgeliefert (Vorjahr: 483).
Nach Prüfung der Ausschreibungsmodalitäten für den Ersatz der Tankflugzeuge der US-Luftwaffe habe Northrop Grumman entschieden, kein Angebot zu unterbreiten. Northrop sehe in den Anforderungen eine Begünstigung des kleineren Tankflugzeugs von Boeing. Für EADS sei dies ein deutlicher Rückschlag in dem Bestreben, die Präsenz in Nordamerika und das Dollar-Sourcing (ca. 70% des Beschaffungsvolumens wäre beim Tankerauftrag im US-Dollar-Raum angefallen) zu erhöhen.
EADS müsse nun Alternativstrategien entwickeln. Denkbar sei eine Expansion des Service- und Securitygeschäfts mit Übernahmen in Nordamerika. In 2010 seien allerdings noch keine größeren Übernahmen zu erwarten, da angesichts der labilen Marktbedingungen in der zivilen Luftfahrt die Cash-Sicherung im Konzern Vorrang habe. Dies sei auch vor dem Hintergrund möglicher zusätzlicher Belastungen aus dem A400M-, dem A380-Programm sowie steigender Kundenfinanzierungen in 2010 (Cash-Abflüsse von ca. 1 Mrd. EUR sind zu erwarten) zu sehen.
Die Gesellschaft zeige sich langsam optimistischer für den Airbus-Bereich, was sich an der Erhöhung der Produktionsraten im Single-Aisle Bereich (von 34 auf 36 Flugzeuge pro Monat) ablesen lasse. Die Maßnahme erhöhe das Overbooking für 2011 bei einem aktuellen Orderbuch von 3.488 zivilen Flugzeugen. Auf Basis eines Wechselkurses von 1,40 USD/EUR sollten die Umsätze auf Konzernebene stabil sein. Die Analysten würden mit 0,3% Umsatzwachstum rechnen, wobei auf Jahressicht die Upside-Potenziale für den US-Dollar die Downside-Risiken überwiegen würden. Die EBIT-Guidance (1 Mrd. EUR, BHLe: 1,3 Mrd. EUR) sei konservativ, da diese lediglich einen break-even für Airbus unterstelle.
Die Unsicherheit aus dem A400M-Programm habe sich verringert. Nach dem geplatzten Tankerauftrag würden allerdings die Potenziale für eine Höherbewertung fehlen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihr Anlageurteil "halten" für die EADS-Aktie. Das Kursziel werde von 14,00 EUR auf 15,00 EUR erhöht (Peer-Group, Dividendenmodell). (Analyse vom 11.03.2010) (11.03.2010/ac/a/d)