05.07.2007 14:03
Drucken |
Schrift:

ENI halten (HSH Nordbank)

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Die Analysten der HSH Nordbank AG stufen die Aktie von ENI (ISIN IT0003132476/ WKN 897791) von "kaufen" auf "halten" zurück.

Nach mehreren Jahren überdurchschnittlicher Wachstumsraten in der Öl- und Gasförderung habe ENI zuletzt der "Absturz" in das Mittelmaß der Branche gedroht. Durch fünf Akquisitionen seit Jahresbeginn hätten die Italiener ihre mittelfristigen Perspektiven jedoch aufgebessert. So habe ENI Beteiligungen an Ölfeldern im Kongo, im Golf von Mexiko sowie in Alaska gekauft und Anteile aus der Konkursmasse des ehemaligen russischen Ölriesen Yukos ersteigert. Außerdem solle eine Beteiligung am LNG-Projekt in Angola erworben werden. Darüber hinaus würden die seit längerem verfolgten Entwicklungen auf dem afrikanischen Kontinent (Algerien, Ägypten, Angola, Nigeria) sowie in Kasachstan mittelfristig für solide Wachstumsraten sorgen.

Ingesamt würden die Analysten für den Zeitraum 2006 bis 2011 mit einem Anstieg des Fördervolumens um durchschnittlich 3,5% p.a. rechnen. Dies werde nur durch Statoil und Total übertroffen. Allerdings sei angesichts der Produktionsausfälle in Nigeria und der Verstaatlichung in Venezuela für das laufende Jahr gegenüber 2006 nur mit einem unveränderten Output zu rechnen.

Als Unterscheidungsmerkmal gegenüber den anderen integrierten Ölkonzernen weise ENI weiterhin ein überdurchschnittlich starkes Gas-Geschäft (19% des operativen Konzernertrags) auf. Diese Aktivitäten würden aufgrund ihrer geringen Zyklizität ein defensives Moment in den Konzern bringen. Das regulierte Italien-Geschäft werde zwar auch in den kommenden Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Spartenerfolg beitragen, dieser werde allerdings durch die staatlich festgelegte allmähliche Verringerung des Marktanteils des Ex-Monopolisten zukünftig sinken.

Dennoch würden die Analysten weiterhin steigende Gewinne aus dem Gas-Geschäft erwarten. So habe sich ENI inzwischen in mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern durch Lieferabkommen und Beteiligungen gut positioniert und die Verschiebung mehrerer neuer Gasförderprojekte in Norwegen, Italien und Nordafrika dürfte die Margen weiterhin unterstützen. Bis 2010 wolle ENI den freien Cashflow aus diesem Geschäftsfeld daher um rund 3% p.a. steigern. Positiv gewertet werden könne außerdem die Entscheidung italienischer Gerichte, Gaspreiserhöhungen im Inland in begrenztem Maße zuzulassen sowie - kein gegenteiliges Votum der EU vorausgesetzt - nicht mehr auf einen Verkauf der Tochter Snam Rete Gas zu bestehen.

Vor dem Hintergrund der soliden Wachstumsraten im Upstream-Bereich und guter Aussichten im Gas-Geschäft seien die Analysten zuversichtlich, dass ENI auch in den kommenden Jahren trotz der branchenübergreifenden Kosteninflation und der jüngsten Akquisitionen genug freie Cashflows erwirtschaften werde, um weiterhin eine hohe Ausschüttung zu gewährleisten. Aktuell verfüge die ENI-Aktie über eine Dividendenrendite von rund 5% - einem Spitzenwert im Branchenvergleich.

Auf Basis ihrer Bewertungsmethoden ermitteln die Analysten der HSH Nordbank AG einen fairen Wert für die ENI-Aktie von 28,00 EUR, der zusammen mit der hohen Dividendenausschüttung ein Total Return-Potenzial von 8% ergibt und somit die Basis für die "halten"-Empfehlung bildet. (Analyse vom 05.07.2007) (05.07.2007/ac/a/a) Analyse-Datum: 05.07.2007

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
05.08.2008ENI kaufenHamburger Sparkasse AG (Haspa)plus
04.08.2008ENI haltenRaiffeisen Centrobank AGneutal
04.08.2008ENI holdSociété Générale Group S.A. (SG)neutal
01.08.2008ENI kaufenIndependent Research GmbHplus
17.07.2008ENI interessanter DividendentitelFocus Moneyplus




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige