Berlin (aktiencheck.de AG) - Sören Wiedau, Analyst der Weberbank, empfiehlt die Aktie von ENI (ISIN IT0003132476/ WKN 897791) weiterhin als Depotbeimischung zum Kauf.
ENI sei der weltweit sechstgrößte Ölkonzern und verfüge über ca. 7 Mrd. Barrel Öl- und Gasreserven. Neben den Segmenten Öl und Erdgas sei ENI in den Bereichen Raffinerie und Petrochemie tätig. Im Heimatmarkt Italien sei der Konzern Marktführer in der Öl- und Gasversorgung und betreibe dort das größte Tankstellennetz.
ENI habe mit den Zahlen für das 4. Quartal 2006 die Marktteilnehmer nicht überzeugen können. Der Nettogewinn sei um 27,8% auf 1,5 Mrd. Euro, der operative Gewinn um 10% auf 3,96 Mrd. Euro gesunken. Die Gründe für den Rückgang der Gewinne hätten in Produktionsunterbrechungen und niedrigeren Margen gelegen. Zusätzlich habe die negative Kursentwicklung des USD gegenüber dem Euro belastet. Für das Geschäftsjahr 2006 habe sich ENI aufgrund höherer Öl- und Gaspreise im Umsatz und Ergebnis verbessern können. Der Umsatz sei um 16,8% auf 86,1 Mrd. Euro, der operative Gewinn um 14,9% auf 19,3 Mrd. Euro gestiegen. Insgesamt habe sich das Nettoergebnis um rund 4,9% auf 9,2 Mrd. Euro verbessert.
Für das Geschäftsjahr 2007 habe das Unternehmen seine Prognose der Kohlenwasserstoffförderung mit 1,77 Mio. Öläquivalent pro Tag bestätigt. Weiterhin habe das Unternehmen seine Wachstumsprognose für die Förderung auf durchschnittlich 3% pro Jahr im Zeitraum 2006 bis 2010 zurückgenommen. Bisher habe ENI für den Zeitraum 2005 bis 2009 ein Wachstum von 4% in Aussicht gestellt. Der Versorger wolle seine Investitionen in den kommenden vier Jahren erhöhen, um der geringer werdenden Ölförderung zu begegnen. ENI wolle nun bis 2010 etwa 44,6 Mrd. Euro investieren. Das Unternehmen beabsichtige für das Gesamtjahr 2006 eine Dividendenerhöhung von 1,10 Euro auf 1,25 Euro je Aktie.
ENI sei ein solide geführtes Unternehmen mit einem guten Wachstumspotenzial und defensiven Qualitäten aufgrund des Gasversorgungsgeschäftes. Weiterhin zeichne sich das Unternehmen durch eine exzellente Ertragslage mit hohem Förderwachstum, gute Raffineriemargen und eine erfolgreich verlaufene Restrukturierung aus. Dem Unternehmen sollte es auch in der Zukunft gelingen, seinen operativen Gewinn nachhaltig zu steigern. Ein höherer Ölpreis sowie das starke Expansionstempo im Upstream-Bereich würden sich auf den Kurs der Aktie positiv auswirken.
Mit einem im Branchendurchschnitt vergleichsweise niedrigen Kurs/Gewinn-Verhältnis von 9,87 sowie einer Dividendenrendite von über 5% bleibt die ENI-Aktie nach Ansicht der Analysten der Weberbank kaufenswert. Das Stopp-Loss-Limit belasse man bei 21,50 Euro. (Analyse vom 12.04.2007) (12.04.2007/ac/a/a)
Analyse-Datum: 12.04.2007