Wien (aktiencheck.de AG) - Aaron Alber, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie von E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) unverändert mit "verkaufen" ein.
Der Konzernumsatz habe mit EUR 77,5 Mrd. um 21% über dem Vorjahreswert gelegen. Bezogen auf das dritte Quartal seien EUR 24,5 Mrd. an Einnahmen erwirtschaftet worden und damit deutlich mehr als vom Markt erwartet (EUR 20,3 Mrd.).
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei in den ersten neun Monaten hingegen um 39% auf EUR 6,6 Mrd. zurückgegangen. Der bereinigte Konzernüberschuss sank um 64% auf EUR 1,6 Mrd. Bezogen auf das dritte Quartal habe das Unternehmen unter dem Strich mit EUR 652 Mio. jedoch mehr verdient als vom Markt erwartet (EUR 550 Mio.). Belastungsfaktoren seien vor allem die ungeplante Stilllegung von Kernkraftwerken in Deutschland sowie die Brennelementesteuer gewesen, welche das bereinigte EBITDA zusammen mit EUR 2,3 Mrd. belastet hätten.
Bei der Brennelementesteuer habe der Konzern erste gerichtliche Erfolge erzielen können. Nun nehme E.ON auch den Ausstiegsbeschluss ins Visier, welcher aus Sicht des Klägers einen "Eingriff in sein vom Grundgesetz geschütztes Eigentumsrecht" darstelle. Welchen Ausgang der Prozess zukünftig auch nehmen werde, das Ergebnis werde lange auf sich warten und die Eigentümer in Ungewissheit lassen.
Die deutsche Energiewende erfordere gravierende Einschnitte: Seine beeinflussbaren Kosten welle der Konzern bis spätestens 2015 von derzeit rund EUR 11 Mrd. jährlich auf EUR 9,5 Mrd. senken. Mittelfristig sollten 9.000 bis 11.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.
Der beschleunigte Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland ziehe eine massive Belastungswelle nach sich, welche nicht nur bei den Energieversorgern seinen Tribut fordere. Konkrete Maßnahmen zur Reorganisation und strategischen Neuausrichtung des Konzerns sollten im Dezember vorgestellt werden. Diese könnten aufgrund des wachsenden politischen Drucks von Seiten der Regulierungsbehörden auch den Verkauf des 12.000 Kilometer langen Gastransportnetzes in Deutschland umfassen.
Ob des schlechten Umfeldes belassen die Analysten der Raiffeisen Centrobank ihre Einschätzung für die E.ON-Aktie auf "verkaufen". (Analyse vom 21.11.2011) (22.11.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.