EUR/USD nächste Woche eher wieder Abwärtsrisiken
München (aktiencheck.de AG) - Die Nachricht vom Zustandekommen einer Einigung der griechischen Regierungsparteien über zusätzliche erhebliche Sparmaßnahmen verschaffte dem Euro kurzzeitig Auftrieb und bewirkte im restlichen Tagesverlauf zumindest eine weitere Stabilisierung, so die Analysten von UniCredit Research.
Die EZB-Pressekonferenz mit Mario Draghi sei hingegen ohne nennenswerten Einfluss auf den Euro-Kursverlauf geblieben. Draghi habe wie erwartet keinerlei Hoffnungen hinsichtlich eines Nachlassens in der extrem lockeren Geldpolitik aufkommen lassen, aber im Zusammenhang mit der Benennung vorherrschenden Konjunkturrisiken auf den Zusatz substanziell verzichtet.
Im Folgenden die wichtigsten Kernaussagen Draghis gemäß der zeitlichen Abfolge: Die Inflationsrate werde wahrscheinlich noch für einige Monate über 2% bleiben. Es gebe vereinzelte Anzeichen einer konjunkturellen Stabilisierung. Der Konjunkturausblick unterliege großen Unsicherheiten und Abwärtsrisiken. Das Tempo der Geldmengenausweitung bleibe verhalten. Die EZB erwarte für 2012 eine sehr mäßig verlaufende Konjunkturerholung. Die Spannungen an den Finanzmärkten hätten sich im Zuge der EZB-Maßnahmen gelegt. Die Inflationsrisiken seien weitgehend ausgeglichen. Die Auswirkungen des Dreijahrestenders würden weiterhin anhalten. Man erwarte für den zweite Dreijahrestender Ende Februar einen ähnlichen Zuspruch wie im letzten Dezember. Der Fiscal Compact sei ein erster vorsichtiger Schritt Richtung Fiskalunion. Die Devisenmarktinterventionen sollten multilateral durchgeführt werden.
Für den heutigen Tagesverlauf würden die Analysten keine richtungweisenden Impulse erwarten. Die Neigung der Märkte zu strategischen Ausrichtungen dürfte sich in Grenzen halten, es sei denn, sie würden durch extreme Konsensabweichungen in den Produktionsdaten für Frankreich oder Italien zum Handeln gezwungen. Ansonsten werde der Blick bereits auf nächste Woche gerichtet sein. Dort würden die Analysten auf EUR/USD durchaus einige Abwärtsrisiken zukommen sehen.
Neben einigen wichtigen US-Daten wie Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und Philly-FED-Index werde das Marktinteresse vor allem auf die ersten Wachstumsschätzungen in der Eurozone für das 4. Quartal 2011 gerichtet sein. Wie erwartet habe die Bank of England ihr Wertpapierankaufprogramm um GBP 50 Mrd auf insgesamt GBP 325 Mrd aufgestockt. Das Zusatzprogramm solle in den nächsten drei Monaten abgewickelt werden. (10.02.2012/ac/a/m)


