Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Analystin der SEB, Oana Floares, stuft die Ericsson-Aktie (ISIN SE0000108656/ WKN 850001) mit "strong buy" ein.
Vor Kurzem habe Sony Ericsson die Revision der Q2-Planung vorgenommen. Da sich die Gesellschaft vor allem in dem hochpreisigen Segment positioniere, werde die derzeit nachlassende Kauflaune der Kunden im westeuropäischen Raum, wo man zudem einen hohen Marktanteil habe, im laufenden Quartal tiefe Spuren hinterlassen. Hinzu kämen Verzögerungen bei Neuentwicklungen. Der Absatz solle zwar um 7,6% gg. VQ auf 24,0 Mio. Handys steigen. Der Durchschnittspreis habe jedoch bisher nicht stabilisiert werden können und sinke um weitere 5,0% gg. VQ auf 115,0 EUR, so dass die operative Marge in Q2 unter Druck geraten dürfte.
Die Analysten hätten ihre Schätzungen für die Muttergesellschaft Ericsson entsprechend nach unten angepasst. Wenngleich der Mobilfunk-Bereich in diesem Geschäftsjahr voraussichtlich keinen nennenswerten operativen Gewinn beitragen werde, sollte die Netzwerksparte weiterhin für schwarze Zahlen sorgen. Die Nettomarge auf Konzernebene werde insgesamt gg. VJ mehr als halbiert werden; der Free Cash Flow falle nach Einschätzung der Analysten nach zwei Minusjahren auch in 2008 leicht negativ aus.
Folgende Pro-Punkte würden die Analysten für Ericsson aufzählen: Vor allem von den anstehenden Infrastrukturinvestitionen in den Emerging Markets (Russland, Indien, Brasilien) dürfte Ericsson als Marktführer langfristig profitieren. Auch die mittelfristigen Wachstumstreiber (das weltweite Mobilfunk-Kundenwachstum, der steigende Datenverkehr, die höheren Breitbandkapazitäten, die innovativen Mobilfunkanwendungen) würden intakt bleiben. Das Management gehe für das laufende GJ von einer Stagnation bei den Mobilsystemen sowie einer positiven Entwicklung bei den Dienstleistungen aus. Nach dem neuesten Kursrutsch befinde sich die Dividendenrendite bei über 4%. Die Bewertung des Titels sei zudem auf einem moderaten Niveau angelangt.
Folgende Contra-Punkte würden die Analysten für die Ericsson aufzählen: Die rückläufige konjunkturelle Entwicklung in wichtigen Absatzmärkten könnte die Ausgabebereitschaft der Mobilfunkkunden zunächst weiter dämpfen; Kampf um Marktanteile und Preisdruck nähmen weiter zu. Die einseitige Orientierung im Mobilfunkbereich (hochpreisig & Westeuropa) werde zudem derzeit am (Kapital)Markt bestraft und sollte kurzfristig auch weiterhin die Kursentwicklung bestimmen. Ferner sollten Währungsrisiken weiterhin nicht aus den Augen verloren werden. Des Weiteren würden die geplanten Kostensenkungen von 4 Mrd. Schwedischen Kronen (SEK) wohl erst ab 2009 greifen. Diese sollten jedoch von Restrukturierungskosten in gleicher Höhe aufgezehrt werden.
Zwar belaste die negative Entwicklung im Mobilfunk derzeit. Unterstützung komme jedoch seitens Festnetz, Bewertung sowie Langfristperspektive.
Die Analysten der SEB senken das Kursziel geringfügig auf 82,50 SEK (bisher: 85,00 SEK) und bewerten die Ericsson-Aktie mit "strong buy". (Analyse vom 30.06.2008) (30.06.2008/ac/a/a)
Analyse-Datum: 30.06.2008