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09.02.2012 14:27

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Euro mit Rückenwind

München (aktiencheck.de AG) - Die offensichtlich berechtigten Hoffnungen auf einen bevorstehenden Verhandlungserfolg in Griechenland halten den Euro im Aufwind, berichten die Analysten von UniCredit Research.

Allerdings würden die Analysten für EUR/USD keinen zügigen Durchmarsch in Richtung des nächsten entscheidenden Widerstandes bei 1,3436 erwarten. Dem Vernehmen nach stünden noch einige Detailfragen, wie die von der Troika geforderten Rentenkürzungen zur Diskussion und auch die Märkte würden um das geflügelte Sprichwort "Der Teufel steckt im Detail" wissen. Außerdem gelte heute die ganze Konzentration der EZB-Pressekonferenz, in der Draghi keinen Zweifel am Festhalten des so genannten "Easing bias" aufkommen lassen dürfte. Die Analysten würden eher mit einem Range-Trading zwischen 1,3250 und 1,3330 rechnen.

Auch die Bank of England halte heute ihre monatliche Sitzung ab. Hier gehe es im Wesentlichen um die anstehende Ausweitung des Wertpapierankaufprogramms (APP). Eine zusätzliche Summe von GBP 50 Mrd. auf dann insgesamt GBP 325 Mrd. entspreche der Konsensschätzung und sei damit auch an den Devisenmärkten fest eingepreist. Es bestehe allerdings eine gewisse Außenseiterchance für eine erneute üppige Aufstockung um GBP 75 Mrd., welche vor allem von Adam Posen, einer ausgewiesenen geldpolitischen Taube, präferiert werde. Sofern der Euro im Aufwind bleibe, sähen die Analysten für diesen Fall bei EUR/GBP einen Anstieg deutlich über 0,84 hinaus.

Ebenfalls im Aufwind segle derzeit EUR/JPY. Hier sei auch ein Zusammenspiel von zwei Einflussfaktoren kursbestimmend. Zum einen natürlich der stärkere Euro und zum anderen ein durch die Bank schwächerer Yen. Der Yen verliere aufgrund der deutlich nachlassenden globalen Risikoaversion an Zugkraft. Zudem habe das japanische Finanzministerium die Märkte wissen lassen, im vierten Quartal nicht nur offiziell (unmittelbare Bekanntgabe) sondern auch verdeckt interveniert zu haben, wie den Einzelsummen der jeweiligen Tage auf der MoF-Website zu entnehmen sei.

Dadurch habe sich insbesondere USD/JPY wieder von seinem sehr schwachen Kursniveau der vergangenen Woche entfernt. Dennoch würden die Analysten kaum eine Chance für einen ernsthaften Test des gleitenden 200-Tage-Durchschnitts bei 78,35 sehen, da nicht von einer Abkoppelung der Korrelation zwischen USD/JPY und USD/CNY auszugehen sei. Insofern dürfte das maximale Aufwärtspotenzial in EUR/JPY bei etwa 104,50 liegen.

Habe der Franken in den letzten Wochen überhaupt nicht auf die gestiegene globale Risikobereitschaft, die schwächeren Schweizer Konjunkturindikatoren und die wiederholten Warnungen seitens der SNB reagiert, alles für eine Aufrechterhaltung des Mindestkurszieles von 1,20 zu unternehmen, so habe EUR/CHF gestern zumindest dem insgesamt festeren Euro Rechnung getragen. Aber selbst im Falle eines weiteren Anstiegs in EUR/USD dürfte sich EUR/CHF ausgesprochen schwer tun und würde anders herum als erstes Euro-Paar sofort wieder unter Druck geraten, falls sich neue Probleme in der Eurozone ergäben. (09.02.2012/ac/a/m)

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