09.05.2008 16:29
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Europäische Börsen Seitwärtsverlauf erwartet (Erste Bank AG)

Wien (aktiencheck.de AG) - Ein Ölpreis auf Rekordhochs von USD 124/Barrel und schwache Konjunkturdaten sowie eine schwächere Industrieproduktion und ein Minus beim Auftragseingang der Industrie bremsten die europäischen Aktienmärkte in der abgelaufenen Handelswoche, so die Analysten der Erste Bank.

Und auch die im Vordergrund stehenden Quartalsergebnisse der Unternehmen hätten oft nicht überzeugen können. Dabei seien die Kursverläufe auf Einzeltitelbasis durchwegs moderat gewesen. Die größte Outperformance unter den DAX-Werten habe ThyssenKrupp mit mehr als 11% im Plus erreicht, obwohl das Unternehmen erst nächste Woche Quartalszahlen bringen werde. Der hohe Stahlpreis, geplante Werkschließungen in Valencia und Gratkorn und ein möglicher Einstieg bei der serbischen Kupfermine RTB hätten den Kurs steigen lassen.

Gute Stimmung habe auch bei der Deutschen Börse AG und adidas vorgeherrscht. Die Deutsche Börse AG habe durch die Übernahme der amerikanischen Optionsbörse ISE und durch erhöhte Handelstätigkeit sowohl den Umsatz um 19% als auch das operative Geschäft um 42% auf EUR 425 Mio. steigern können. Der Sportartikelhersteller adidas habe bei einem Umsatzwachstum von 3% das operative Ergebnis gleich um 23% auf EUR 282 Mio. erhöhen können. Beide Anteilsscheine hätten um 8,4% bzw. 7,2% höher im Wochenvergleich notiert.

Bei Rheinmetall habe vor allem die Rüstungssparte zugelegt. Die Verbesserung beim Umsatz um 5% habe sich gleich mit einer 64%-Anhebung des EBITs auf EUR 18 Mio. ausgewirkt. Auch hier würden sich die Aktien nach der Bodenbildung wieder im Aufwärtstrend befinden.

Die beste Performance in Europa habe der finnische Reifenhersteller Nokian Tyres mit einem Kursplus von 14% gezeigt. Aufgrund der guten Nachfrage nach Winterreifen in Russland habe Nokian Tyres bei einem Umsatzzuwachs von 23% einen Nettogewinnsprung um 60% auf EUR 45,1 Mio erreicht.

Für Schlagzeilen habe die Allianz gesorgt. Der Versicherungskonzern habe nach dem schlechten Quartalsergebnis angekündigt, die Konsequenzen zu ziehen und sich im Sommer von der Dresdner Bank trennen zu wollen. Der Nettogewinn sei im ersten Quartal um zwei Drittel auf nur mehr EUR 1,15 Mrd. geschrumpft - neben den Wertberichtigungen bei Asset Backed Securities habe auch der Verlust im operativen Geschäft der Dresdner Bank zu dem schwachen Ergebnis beigetragen. Nachdem die Allianz es seit der Übernahme im Jahr 2002 nicht geschafft habe, die Banktochter wieder auf Kurs zu bringen, wolle man hier die Notbremse ziehen. Die Frage bleibe jedoch offen, wer an dem Bankhaus mit schwieriger Investmentbankingsparte interessiert sei.

Trotz solider Zahlen beim Weltmarktführer für Industriegase Linde hätten die Investoren vorerst Gewinne mitgenommen. Die Steigerung bei Umsatz um 2% und beim EBITDA um 5,8% auf EUR 602 Mio. habe die Analysten enttäuscht. Zudem sollten Währungseffekte das Unternehmen weiterhin belasten. Den größten Kursverlust mit Minus 14% hätten die Valoren des spanischen TV-Senders Telecinco erlitten. Wie schon zuvor ProSieben hätten auch die Spanier im ersten Quartal weniger Werbezeit verkauft, was einen Nettogewinnrückgang um 5,3% auf EUR 81,5 Mio. zur Folge gehabt habe. Weiters sei der Ausblick im wirtschaftlich schwierigen Umfeld eingetrübt.

Für die nächste Handelswoche würden sich die auf der Agenda stehenden Konjunkturdaten in Grenzen halten. Der Fokus werde in erster Linie wieder auf den Quartalsergebnissen der Unternehmen liegen. Da mit Sicherheit einige Überraschungen erwartet werden könnten, würden die Analysten mit ansteigender Volatilität rechnen. Insgesamt erwarte man für nächste Woche einen Seitwärtsverlauf an den europäischen Börsen. (09.05.2008/ac/a/m)
Marktbericht-Datum: 09.05.2008

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