München (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief" raten bei der Aktie von Evotec (ISIN DE0005664809/ WKN 566480) vorsichtige Positionen zwischen 2,50 und 3 Euro aufzubauen, sobald sich der Ausverkauf gelegt hat.
Wahrhaft bewegende News habe es dieser Tage vom Hamburger Wirkstoffforschungsunternehmen Evotec gegeben. Nach der Bekanntgabe, dass einer der Wirkstoffkandidaten nach Nebenwirkungen innerhalb der laufenden Phase-I-Studie fallen gelassen werde, seien die Papiere erheblich eingebrochen.
Hintergrund sei, dass Evotec die laufende Phase-I-Studie zum Alzheimer-Kandidaten EVT 301 gestoppt habe. Aber nicht nur das: Man habe auch beschlossen, das Entwicklungsprogramm nicht weiter fortzuführen. Bei EVT 301 handle es sich um einen oral verfügbaren, selektiven und reversiblen Inhibitor des Enzyms Monoaminooxidase B. In der Gruppe mit älteren Patienten hätten sich erhöhte Leberwerte gezeigt, bei den jüngeren sei dagegen nichts Auffälliges aufgetreten. Auch hätten die Patienten nicht über ein verändertes Allgemeinbefinden geklagt. Daher sei es verwunderlich, dass die Hamburger gleich das gesamte Projekt einstampfen. Womöglich seien weitere, noch nicht öffentlich bekannte Gründe dafür Ausschlag gebend bzw. würden hier mit hineinspielen.
Die letzten Geschäftszahlen seien angesichts der bedeutungsschwangeren Nachrichtenlage weniger relevant. So hätten die Erlöse im 1. Halbjahr um 2% auf 18,8 Mio. Euro zugelegt. Der Nettoverlust sei geringer als im Vorjahr ausgefallen, da Evotec ihre Detektionstechnologie an den langjährigen japanischen Partner Olympus veräußert habe.
Im letzten Jahr habe Evotec Umsätze von ca. 79,8 Mio. Euro erzielt, wobei das Dienstleistungsgeschäft - die andere Säule des Konzerns neben der Wirkstoffforschung - das tragende Standbein dargestellt habe. Wenn jetzt also ein Wirkstoffkandidat ausfalle, so spreche man davon, dass gerade mal ein Steinchen aus dem zweiten Geschäftsfeld heraus gebrochen sei.
Nach neuen Wirkstoffen zu suchen sei riskant. Diese Erfahrung habe unter den deutschen Biotechnologie-Unternehmen MediGene schon mehr als einmal gemacht, nun also auch Evotec. Aufgrund des frühen Abbruchs in Phase I halte man die Auswirkungen auf Evotec für überschau- und tolerierbar.
Sobald sich der Ausverkauf gelegt hat, können bei der Aktie von Evotec vorsichtige Positionen zwischen 2,50 und 3 Euro ins Auge gefasst werden, so die Experten vom "Performaxx-Anlegerbrief". (19.09.2006/ac/a/t)
Analyse-Datum: 19.09.2006