Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Sebastian Hein, stuft die Aktie von Fraport (ISIN DE0005773303/ WKN 577330) von "verkaufen" auf "halten" hoch.
Fraport habe gestern die Verkehrszahlen für den Monat Mai vorgelegt. Demnach sei am Flughafen Frankfurt ein Passagierrückgang von 6,3% verbucht worden. Nachdem im April ein Minus von 4,7% berichtet worden sei, stabilisiere sich die Entwicklung im Vergleich zu den deutlichen Verlusten zum Jahresanfang (Q1: -10,9%). Der Sitzladefaktor hingegen sei im Vergleich zum Vormonat rückläufig gewesen (72,4% vs. 73,2%). Enttäuschend sei die Entwicklung an den Flughäfen Antalya (-10,6%), Burgas (-20,7%) und Varna (-17,2%) verlaufen. Hier werde deutlich, dass auch die touristischen Destinationen unter der Wirtschaftskrise leiden würden. Konzernweit habe sich ein Passagierrückgang von 6,2% ergeben.
Für das Gesamtjahr habe Fraport für den Standort Frankfurt eine Guidance von -6% bis -9% ausgegeben. Bis dato liege man hier bei -8,6%, wobei die Analysten davon ausgehen würden, dass der Boden gefunden worden sei und das untere Ende der Guidance nicht getestet werde (BHLe: -7,5%).
Ein Blick auf die Verkehrsstatistik deutscher Flughäfen zeige, dass Frankfurt geringere Rückgänge zu verzeichnen habe als der Hauptwettbewerber München (-9,4% bis April 2009), wobei der Flughafen Frankfurt auch hinsichtlich des Sommerflugplans besser positioniert sei (Flugzeugbewegungen -2,9% i. Vgl. zu -5,6% in München).
Im internationalen Vergleich der Peers stehe Frankfurt in dieser Hinsicht ebenfalls vergleichsweise gut da (z.B. Amsterdam -4,8%, Wien -7,8%). Fraport profitiere im schwierigen Marktumfeld vom Hub-Status, der hohen Effizienz beispielsweise im Ground Handling und einer Gebührenstruktur, die für die Airlines derzeit attraktiv sei. Während London-Heathrow die Gebühren zuletzt um 10,9% angehoben habe und Paris CDG eine Erhöhung von 5,5% eingeführt habe, habe die letzte Gebührenerhöhung lediglich 2,3% betragen. Fraport sollte aus Sicht der Analysten bei einem Anziehen des Marktes dann von diesen Aufholpotenzialen bei den Gebühren profitieren.
Die Analysten hätten nach den jüngsten Zahlen ihre Schätzungen nach oben angepasst. Wenngleich das Umfeld weiterhin schwierig bliebe, würden sie davon ausgehen, dass Fraport das untere Ende sowohl der Verkehrszahlen- als auch der EBITDA-Guidance nicht testen werde.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe erhöhen ihr Kursziel von 26,00 EUR auf 29,50 EUR und stufen die Aktie von Fraport von "verkaufen" auf "halten" hoch. (Analyse vom 17.06.2009) (17.06.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 17.06.2009