Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, stuft die GCI Management-Aktie (ISIN DE0005855183/ WKN 585518) von "kaufen" auf "halten" zurück.
GCI habe am 13.11. die Neunmonatszahlen für 2008 gemeldet. Der Umsatz habe sich konsolidierungsbedingt um etwas mehr als das Zweieinhalbfache auf 159,3 (Vj. 59,7) Mio. Euro erhöht. Der Grund habe in den neu hinzugekommenen Umsätzen diverser Beteiligungen gelegen. Dabei seien 48,5 Mio. Euro auf die erstmalige Konsolidierung der DEWI Components zum Jahresanfang 2008 und 43,8 Mio. Euro aus der erstmaligen Einbeziehung der Maschinenfabrik Spaichingen Gruppe seit 1. April 2008 entfallen.
Allerdings sei der organische Umsatzzuwachs schwer auszurechnen, da neben diesen konkret bezifferbaren 92,3 Mio. Euro Umsatz noch andere von GCI nicht näher quantifizierte Umsatzeffekte zu verzeichnen gewesen seien, die einen Vergleich schwierig gestalten würden. An dieser Stelle sei auf die in den Vorjahreszahlen nicht vollständig enthaltenen Zahlen der DYNAWERT-Gruppe, der Vantargis-Gruppe und der Bohnacker AG verwiesen.
Das operative Ergebnis (EBITDA) habe sich um ein Fünftel auf 9,7 (8,1) Mio. Euro verbessert, was die Analysten noch als gut einstufen würden. Weniger erfreulich habe sich die Entwicklung auf den nachgelagerten Ergebnisstufen vor allem wegen der Einbeziehung der Abschreibungen und des Finanzergebnisses gestaltet. Hier seien nach GCI-Angaben einmalige Aufwendungen in Höhe von 22,1 Mio. Euro wegen der Werberichtung der Insolvenzen der Pfaff Industrie Maschinen AG und der Wilisch & Sohn GmbH entstanden.
Das EBIT sei als Folge dieser negativen Einmaleffekte mit minus 13,6 (+5,6) deutlich in das negative Terrain gerutscht. Das Ergebnis vor Steuern sei mit minus 18,1 (+4,6) Mio. Euro angegeben worden. Unter Zugrundelegung von jetzt 19,6 Millionen ausgegebenen und mit Gewinnberichtigung seit Jahresanfang 2008 ausgestatteten Anteilen, aber vor Anteilen Dritter, habe das Ergebnis je Aktie minus 0,93 (+ 0,14) Euro betragen.
Insgesamt seien die Zahlen natürlich enttäuschend, auch wenn die Analysten damit nach den Insolvenzen von Pfaff und Wilisch & Sohn gerechnet hätten, die die angesprochenen hohen Wertberichtigungen nach sich gezogen hätten. Positiv würden sie jedoch die Aussage von GCI werten, dass das operative Geschäft außerhalb von Pfaff und Wilisch bis weit in das vierte Quartal erfreulich verlaufen sei. Zahlen für das Gesamtjahr 2008 seien derzeit noch nicht veröffentlicht, so dass sich diese Aussage auf den Geschäftsverlauf bis Mitte November beziehe.
Die GCI-Aktie sei zuletzt massiv unter Druck geraten. Nachdem schon "Kleinigkeiten" wie die Nichtannahme des Dividendenvorschlages auf der letztjährigen Hauptversammlung für Unruhe gesorgt hätten, hätten die Insolvenzen der wichtigen Beteiligungen Pfaff sowie Wilisch & Sohn den Markt vollends schockiert. Dass eine auf Sanierungen spezialisierte Beteiligungsgesellschaft immer höhere Risiken als ein Bestandshalter eingehe, liege in der Natur der Sache - Ausfälle würden daher prinzipiell zum Geschäft gehören. Die Analysten von GSC Research hätten sich in einigen Punkten jedoch eine klarere Kommunikation mit dem Kapitalmarkt gewünscht.
Auch wenn die derzeitigen Bewertungsrelationen bei Beteiligungsgesellschaften im Allgemeinen und bei GCI im Speziellen dem Beobachter - gemessen an den Fundamentaldaten - auf den ersten Blick absurd erscheinen mögen - die Marktkapitalisierung von GCI betrage lediglich ein Sechstel des zuletzt ausgewiesenen Eigenkapitals - seien die Risiken nicht zu unterschätzen, da selbst gesunde oder sanierungsfähige Firmen des Portfolios im aktuellen Umfeld in Probleme geraten könnten. Umgekehrt seien lukrative Verkäufe oder IPOs von Beteiligungen vorerst kaum realisierbar.
In Anbetracht dieser hohen Unsicherheit ändern die Analysten von GSC Research ihre Empfehlung für die GCI Management-Aktie von "kaufen" auf "halten" und raten dem Anleger, Bestände an GCI-Aktien in Erholungsphasen trotz des bei einer Aufhellung des Marktumfelds durchaus vorhandenen Kurspotenzials abzubauen. Das Kursziel senke man von 3,00 auf 0,86 Euro. Neuengagements sollten ihres Erachtens solange zurückgestellt werden, bis sich die generellen Rahmenbedingungen an den Kapitalmärkten nachhaltig gebessert hätten. (Analyse vom 10.02.2009) (10.02.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 10.02.2009