Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, stuft die GCI Management-Aktie (ISIN DE0005855183/ WKN 585518) weiterhin mit "halten" ein.
Mitte August habe die GCI Industrie AG den mit Spannung erwarteten Halbjahresbericht veröffentlicht. Nachdem bereits im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2010 auf operativer Ebene eine deutliche Erholung zu verzeichnen gewesen sei, habe sich diese Entwicklung jetzt fortgesetzt.
So sei der Umsatz um 7 Prozent auf 52,5 (Vj. 49,1) Mio. Euro gewachsen. Hierbei sei zu berücksichtigen, dass in den Vorjahreszahlen noch die Umsatzanteile der zum 01.04.2009 entkonsolidierten Mengele Agrartechnik AG sowie der zum 28.12.2009 entkonsolidierten Vantargis-Gruppe enthalten gewesen seien. Bereinigt um diese Veränderungen im Konsolidierungskreis habe der Umsatz konjunkturbedingt sogar um mehr als ein Drittel zugelegt. Dieser bereinigte Umsatzzuwachs stamme demzufolge hauptsächlich aus dem derzeit größten Einzelinvestment, der Maschinenfabrik Spaichingen. Diese habe einen Umsatzzuwachs von 45 Prozent auf 41,2 (28,4) Mio. Euro gemeldet.
Insgesamt sei das erste Halbjahr mit Ausnahme des Verkaufs von 3,3 Prozent der Vantargis-Anteile mehr von einer Erholung des operativen Geschäftes der Beteiligungen als von signifikanten Exit-Erlösen gekennzeichnet gewesen. Im Zuge einer verbesserten Fixkostendegression und weitgehend fehlender außerordentlicher Belastungen im nicht operativen Geschäft hätten sich auch die Erfolgskennziffern deutlich erholt.
So habe sich das EBITDA auf 8,0 (3,9) Mio. Euro verdoppelt. Das operative Ergebnis (EBIT) habe mit plus 3,2 (-0,9) Mio. Euro deutlich ins positive Terrain gedreht. Von den Kostenpositionen sei lediglich der Materialaufwand überproportional um ein Viertel auf 28,4 (22,3) Mio. Euro gestiegen. Der zweitgrößte Ausgabenposten Personal habe sogar mit 14,1 (14,6) Mio. Euro leicht reduziert werden können. Diese Zahlen seien jedoch aufgrund der Veränderungen im Konsolidierungskreis schwer vergleichbar.
Der Periodenüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter habe mit plus 0,8 (-4,7) Mio. Euro ebenfalls deutlich in den positiven Bereich gedreht. Neben den angesprochenen Umsatzzuwächsen im operativen Geschäft habe dazu auch ein auf minus 1,9 (-7,1) Mio. Euro verbessertes Finanzergebnis beigetragen. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres hätten hier noch im Zusammenhang mit der periodischen Stichtagsbewertung Belastungen von 3,9 Mio. Euro verbucht werden müssen. Das Ergebnis je Aktie habe plus 3 (-23) Cent betragen.
Die Halbierung der liquiden Mittel per 30.06.2010 auf 4,1 (31.12.2009: 8,1) Mio. Euro habe Finanzvorstand Dr. Wahl mit einem konjunkturbedingt notwendigen Aufbau des Working Capitals sowie der Bedienung von Garantie- und Haftungsverpflichtungen aus den drei Insolvenzen des Geschäftsjahres 2008 erklärt.
Insgesamt würden die Analysten den jetzt veröffentlichten Halbjahresbericht als erfreulich werten, da er eine über ihren Erwartungen liegende Ertragsverbesserung gezeigt habe. Die GCI Industrie AG sei nach ihrem Eindruck nach den Belastungen im Vorjahreszeitraum auf dem Weg in die Normalität ein gutes Stück vorangekommen.
Der GCI-Konzern habe nach Erachten der Analysten einen guten Halbjahresbericht veröffentlicht, der zeige, dass sich das Unternehmen nach zuletzt turbulenten Zeiten jetzt wieder auf einem Kurs der Normalisierung befinde. Diese positive Tendenz solle auch der neue Firmenname "GCI Industrie AG" kommunikativ unterstreichen.
Die Analysten hätten ihre Schätzungen überarbeitet und an die neue Konzernstruktur bzw. den veränderten Konsolidierungskreis angepasst. Dabei hätten sie ihre Ansätze teilweise sogar angehoben, da sich die konjunkturelle Erholung auch im Geschäftsvolumen der operativen Gesellschaften positiv bemerkbar machen sollte.
Trotz der weiterhin sehr vorsichtigen Annahmen der Analysten würde ihr übliches Einstufungsschema bei ihrem neuen Kursziel von 1,35 Euro (alt: 1,05 Euro) und somit einem mathematischen Kurspotenzial von circa einem Drittel eine klare Kaufempfehlung nach sich ziehen. Aus Vorsichtsgründen würden sie jedoch zunächst die weitere Entwicklung und Stabilisierung des neuen Unternehmenskonzeptes abwarten und ihre Halteempfehlung erneuern.
Konservative Investoren sollten bei eventuellen Kursausschlägen in den Bereich um 1,30 Euro angesichts der unverändert vorhandenen Restrisiken in der GCI Management-Aktie zwischenzeitliche Verkäufe durchaus in Betracht ziehen. Neuengagements sollten nach Erachten der Analysten erst bei einer nachhaltigen Stabilisierung und Bestätigung der wieder gewonnenen Ertragsstärke über einen mittelfristigen Zeitraum und über mehrere Interimsberichte in Betracht gezogen werden.
Die Analysten von GSC Research bewerten die GCI Management-Aktie unverändert mit "halten". (Analyse vom 15.09.2010) (15.09.2010/ac/a/nw)
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